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Taping für Heilpraktiker - Verträglichkeit des Tapes

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Taping für Heilpraktiker

Verträglichkeit des Tapes

Elastische Tapes und Gittertapes sind sehr hautverträglich und führen nur in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen. Das Auftreten von Unverträglichkeiten ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig und kann durch diese begünstigt werden.

Einflussfaktoren beim Tapen

Hautsensibilität und -trophik

Über die Haut werden Reize aus der Umwelt wahrgenommen und an das Gehirn weitergeleitet, wo die Signale verarbeitet werden. Hierbei wird von der Oberflächensensibilität gesprochen. Zur allgemeinen Sensibilität zählen z. B. die Propriozeption oder die Viszerozeption. Druck und Dehnung werden durch Mechanorezeptoren Schmerzreize durch Nozizeptoren und Kälte bzw. Wärme durch Thermorezeptoren wahrgenommen.

Kinder haben meist eine sensible Haut. Ältere Menschen wiederum neigen aufgrund der nachlassenden Hauttrophik häufiger zu pergamentartiger und sehr trockener Haut. Bei dieser Klientel kann es schneller zu unerwünschten Hautreaktionen kommen.

Zusätzliche Hautbelastungen ergeben sich durch die atopische Dermatitis (Neurodermitis), Kontaktallergien (z. B. Nickelallergie) sowie Ganzjahres- und saisonale Allergien (z. B. Hausstaub-, Katzenhaarallergie, Heuschnupfen).

Hinweis

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Aus Sicht der TCM kontrolliert die Lunge die Atmung und befeuchtet die Haut. Zudem beeinflusst sie das Wei Qi und gibt das trübe Qi zur Niere. Ist das Lungen-Qi gestört, kommt es beispielsweise zu Asthma bronchiale oder zu Nasennebenhöhlenentzündungen. Des Weiteren können häufiger Infekte auftreten. Auch die Haut wird trocken und rissig.

Hautdurchblutung und -temperatur

Eine livide und blasse Hautfarbe zeigt eine mangelnde Durchblutung an. Eine Ischämie bzw. Oligämie kann je nach Ausprägung von Schmerzen im betroffenen Areal begleitet sein. Hierbei handelt es sich um chronische Prozesse. Zur Verbesserung der Durchblutung und zur Steigerung der Hauttemperatur wird ein elastisches Tape in der Farbe Rot gewählt.

Eine rote Hautfarbe zeigt eine starke Durchblutung an. Hierbei handelt es sich meist um akute Prozesse. Die Hyperämie entsteht durch eine mechanische Überwärmung des Gewebes, z. B. durch Sport, Verletzungen wie Prellungen oder durch entzündliche Reaktionen. Einige Krankheitsbilder wie Morbus Raynaud sowie kurzzeitige Kälteanwendungen führen zu einer reaktiven Hyperämie. Bei solchen Zuständen, z. B. bei einer Prellung oder Quetschung, werden Tapes in der Farbe Blau gewählt. Diese sollen zu einer sanften Absenkung der zu starken Durchblutung führen und die Hauttemperatur nach unten regulieren.

Die Beeinflussung der Durchblutung und Hauttemperatur durch die Tapefarbe (rotes oder blaues Tape) wird erfahrungsgemäß v. a. durch einen einsetzenden Placeboeffekt des Patienten erreicht.

Vorsicht

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Durchblutungsstörungen wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) bzw. Minderdurchblutungen (Ischämien) oder Gefäßverschlüsse (Thrombose, Embolie) bzw. ausgeprägte Hyperämien sind immer behandlungsbedürftig und gehören in die Hände eines Arztes.

Schweißsekretion

Einer Hyperhidrose (übermäßigem Schwitzen) können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Die primäre Hyperhidrose kann zumeist auf keine Ursache zurückgeführt werden. Die sekundäre Hyperhidrose lässt sich in körperliche und „psychische“ Ursachen unterteilen. Zu den körperlichen Ursachen zählen beispielsweise Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus, komplexes regionales Schmerzsyndrom („complex regional pain syndrome“, CRPS; früher: Morbus Sudeck), Infektionserkrankungen oder auch Hyperthyreose. Als psychische Ursachen gelten z. B. Angststörungen, Panikattacken, Depressionen, chronische Schmerzen oder Stress.

Zudem beeinflussen häufig Medikamente wie Analgetika (z. B. Metamizol, Ibuprofen, Tilidin oder Fentanyl), Antidepressiva (z. B. Reboxetin oder Venlafaxin) sowie Amphetamine (z. B. Methylphenidat) die Schweißsekretion.

Hinweis

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Aus Sicht der TCM sind am Schwitzen das Herz (innere Unruhe, Nervosität, Schwitzen in der Achselhöhle und an den Handflächen, Herzerkrankungen), die Lunge (Erschöpfung, geschwächtes Wei Qi, Schwitzen im Brust- und Dekolletébereich, Lungenerkrankungen), die Leber (Schwitzen durch Anspannung und Stress) und die Milz beteiligt.

In Tab. 2.8 zeigt einen Überblick über Medikamente und ihre Wirkung auf die Schweißsekretion aus Sicht der Schulmedizin und der TCM.

 

Tabelle 2.8  Medikamente mit Wirkung auf die Schweißsekretion

 

Die Hypohidrose beschreibt die verringerte, die Anhidrose die ausbleibende Schweißsekretion. Ursachen hierfür können wiederum Medikamente, Bestrahlung bei tumorbedingten Erkrankungen, Infektionen oder auch Autoimmunerkrankungen, z. B. die Sklerodermie, sein.

Muskeltonus

Weist das Muskelgewebe einen geringen Tonus auf bzw. zeigt das Hautgewebe aufgrund des Alters wenig Spannkraft, werden die Zugreize dem Patienten angepasst. Bei älteren Patienten reichen meist geringe Dehnungsreize (z. B. ein Zug des Tapes von 50%) aus. Zu hohe Scherkräfte können sonst als unangenehm empfunden werden.

Hinweis

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Aus Sicht der TCM handelt es sich bei einem erhöhten Muskeltonus um eine Leber-Qi-Stagnation, bei einem verminderten Muskeltonus um eine Milz-Qi-Schwäche.

Konstitution

Die persönliche Konstitution mit bestehenden Vorerkrankungen kann ebenfalls die Verträglichkeit von Tapes beeinflussen. Hierzu zählen z. B. Psoriasis, Neurodermitis, Diabetes mellitus Typ 1 oder 2, Sklerodermie oder Lupus erythematodes.

Hinweis

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Erkrankungen im Funktionskreis Lunge und Dickdarm, Leber und Gallenblase, Herz und Dünndarm sowie Milz und Magen haben aus Sicht der TCM einen direkten Einfluss auf Erkrankungen der Haut und ihre Blutversorgung.

Blut-Hitze führt beispielsweise zu hitzigen Hauterkrankungen, Blut-Leere zu schuppender Haut, Blut-Stase zu Hämatomen oder ein Milz-Qi-Mangel zu kleinen Hauteinblutungen.

Mögliche Nebenwirkungen

Alle zuvor genannten Faktoren beeinflussen die Verträglichkeit des Tapes und können zu folgenden Nebenwirkungen führen:

  • Rötungen
  • Überempfindlichkeit der Haut
  • Juckreiz
  • kleine Hautbläschen
  • Hauteinblutungen (v. a. bei Einnahme von Antikoagulanzien)
  • in sehr seltenen Fällen, v. a. bei einer Tragedauer von über 10 Tagen, Hautablösungen

 

Vorsicht

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Antikoagulanzien (blutverdünnende Mittel) können zu allergischen Reaktionen der Haut, Juckreiz oder auch zu Dermatitis führen.

Hinweis

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Aus Sicht der TCM sind Antikoagulanzien stark blutbewegend und haben eine direkte Wirkung auf die Leber. Zudem können sie zur Blut-Leere und damit zu innerem Wind führen. Die Blut-Leere kann wiederum eine Blut-Stase begünstigen. Zudem schwächen sie die Mitte. Diese Beschreibung aus Sicht der TCM könnte eine mögliche Erklärung für auftretende Hauteinblutungen als Nebenwirkung sein.