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Taping für Heilpraktiker - Pankreas-Organ-Tape

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Taping für Heilpraktiker

Pankreas-Organ-Tape

Pankreas

 

Abb. 11.4 Projektion der Bauchspeicheldrüse auf den Rumpf.
Abb. 11.4 Projektion der Bauchspeicheldrüse auf den Rumpf.

 

 

Lage. Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) befindet sich v. a. im linken Oberbauch. Nach ventral grenzen der Magen, nach lateral die Milz, nach medial der Dünndarm und die Leber und nach dorsal die Aorta abdominalis an die Bauchspeicheldrüse an. Wird diese auf die Wirbelsäule projiziert (Abb. 11.4), so befindet sich die Bauchspeicheldrüse in etwa auf Höhe des 12. BWK bzw. 2. LWK.

Anatomie und Physiologie. Die Bauchspeicheldrüse besteht aus einem Schwanz (Cauda pancreatis) und einem Kopf (Caput pancreatis). Der Kopf der Bauchspeicheldrüse wird vom Duodenum c-förmig umschlungen. Der Hauptgang innerhalb der Drüse (Ductus pancreaticus) teilt sich auf Höhe des Kopfes in 2 Gänge. Der obere Gang (Ductus pancreaticus minor) dringt über die Papilla duodeni minor in den Dünndarm ein. Der untere Gang (Ductus pancreaticus major) vereint sich mit dem Ductus choledochus (Gallengang) und mündet gemeinsam in den Dünndarm (Pars descendens). Hierbei sind Variationen möglich. Im exokrinen Teil des Pankreas wird enzymatisches bzw. verdauungsförderndes Sekret, im endokrinen Teil das Insulin produziert.

Innervation. Parasympathisch wird die Bauchspeicheldrüse hauptsächlich über den rechten N. vagus, sympathisch über die Nn. splanchnici majores und teilweise über die Nn. splanchnici minores versorgt.

Pathologie. Die Pathologien sind vielfältig und können durch den Lebenswandel, durch Medikamente, Mineralstoffmangel, individuelle Konstitutionen oder Infektionskrankheiten entstehen. Beispiele für Pathologien der Bauchspeicheldrüse sind die Pankreatitis, das Pankreaskopfkarzinom oder der Diabetes mellitus.

Hinweis

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Aus chinesischer Sicht entspricht die Bauchspeicheldrüse der sog. „Mitte“. Diese ist dem Element Erde und somit dem Funktionskreis Milz und Magen zugeordnet. Um die Mitte zu stärken, kann ein tonisierendes Tape appliziert werden. Da sich die Bauchspeicheldrüse anatomisch gesehen hinter dem Magen befindet, wirkt die Applikation reflektorisch auf das Organ.

Organ-Taping

Behandlungsziele:

  • Verbesserung der Bauchspeicheldrüsenaktivität
  • Unterstützung der Produktion des enzymatischen Saftes

Mögliche Kontraindikationen:

  • Pankreaskopfkarzinom
  • Metastasen
  • akute Pankreatitis
  • unklare Schmerzen

Tonisierendes Pankreas-Tape

Die tonisierende Applikation wird bei Insuffizienzen bzw. Schwächezuständen der Bauchspeicheldrüse angewendet.

Mögliche Indikationen (westliche Diagnosen):

  • chronische Pankreatitis
  • Pankreasinsuffizienz
  • leichter Diabetes mellitus

 

Für die Tonisierung kommt ein rotes Tape zur Anwendung.

Tapeapplikation:

  • Es wird ein 5 cm breites, rotes Tape zugeschnitten. Das Tape wird ein wenig kürzer zugeschnitten, da es mithilfe der Ligamenttechnik appliziert wird. Die Ecken werden abgerundet.
  • Die Haut wird dort gereinigt, wo das Tape aufgeklebt werden soll.
  • Das Tape wird in der Mitte eingerissen und mit maximalem Zug en bloc und leicht diagonal über den Verlauf der Bauchspeicheldrüse (12. BWK bis unterer Rippenbogen) appliziert.
  • Man streicht einige Male über das Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig und kann erfahrungsgemäß 7 Tage auf der Haut verbleiben.

Sedierendes Pankreas-Tape

Die sedierende Applikation wird bei „Überaktivität“ der Bauchspeicheldrüse angewendet. Hierbei wird das Tape in derselben Weise wie das tonisierende Pankreas-Tape, jedoch ohne Zug auf die Haut aufgebracht.

Hinweis

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Westliche Medizin versus chinesische Medizin

Aus chinesischer Sicht wird die Bauchspeicheldrüse der Mitte zugeordnet und neigt grundsätzlich zu Leere-Zuständen. Hierzu zählen der Milz-Qi- und der Milz-Yang-Mangel. Eine Milz-Qi-Stagnation bzw. ein Milz-Yin-Mangel kommt quasi nicht vor. In diesem Zusammenhang wird immer von einer Tonisierung der Milz gesprochen.

Aus westlicher Sicht neigt die Bauchspeicheldrüse eher zu einer Unterfunktion. Diese entsteht, wenn sie nicht mehr genügend Insulin (endogen) bzw. enzymatisches Sekret (exogen) produziert. Auch hierbei steht wieder die Tonisierung im Vordergrund.

„Überaktivitäten“ der Bauchspeicheldrüse entstehen zumeist aufgrund eines verlegten Gallenblasengangs. Da dieser und der untere Ausgang der Bauchspeicheldrüse in den meisten Fällen einen gemeinsamen Eintrittspunkt in den Dünndarm haben, kommt es gleichzeitig zu einer Verlegung des Gallen- und Bauchspeicheldrüsengangs. Dies führt häufig zu einer Pankreatitis, bei der der Patient starke gürtelförmige Schmerzen beschreibt. Hierbei handelt es sich um eine absolute Kontraindikation!