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Homöopathie bei akuten Erkrankungen

Cimicifuga racemosa (Cimic.)

Cimicifuga racemosa (Cimic.)
Cimicifuga racemosa (Cimic.)

 

Synonyma: Traubensilberkerze, Schwarze Schlangenwurzel, Frauenwurzel, Wanzenkraut

Das Arneimittel wird aus der frischen Wurzel hergestellt.

In der Pflanzenheilkunde wird Cimicifuga bei Wechseljahresbeschwerden wie Nervosität, Depression, Hitzewallungen und Schlafstörungen eingesetzt.

Bei welchen Indikationen hat sich Cimicifuga racemosa bewährt?

  • Frauenleiden, z.B. Menstruationsbeschwerden, im Klimakterium, in der Schwangerschaft, im Wochenbett
  • rheumatische Erkrankungen
  • chronische Kopfschmerzen
  • Beschwerden des Verdauungssystems
  • psychische Beschwerden wie z.B. Depressionen oder Angst- und Erregungszuständen

Welches sind die Leitsymptome von Cimicifuga racemosa?

Charakteristisch ist, dass sich Beschwerden infolge der hormonellen Umstellungen bei der Frau entwickeln. Zudem besteht ein häufiger Wechsel zwischen körperlichen und geistigen Beschwerden, z.B. wechseln sich depressive Episoden ab mit rheumatischen Beschwerden. Es kommt auch vor, dass Beschwerden den Ort wechseln: Heute sind es Nackenschmerzen und morgen Bauchschmerzen. Trotz großem Mangel an Lebenswärme bessern sich die Beschwerden im Freien. Migräneartige Kopfschmerzen strahlen vom Hinterkopf in den Nacken oder Scheitel aus mit dem Gefühl, als ob „die Schädeldecke davonfliegen wollte“ oder als ob „das Gehirn zu groß für den Schädel wäre“. Wundheitsgefühl im Hinterkopf. Es bestehen Schmerzen in den Augäpfeln wie von einer Nadel oder von großem Druck. Die Muskulatur von Nacken und Rücken ist verkrampft mit einem Gefühl von Steifheit und Verkürzung.

Folgen von

  • Erregung jeder Art, Angst, Schreck, enttäuschter Liebe, Sorge um den Arbeitsplatz
  • Nässe und Kälte, Zugluft
  • hormoneller Dysfunktion
  • Unterdrückung/Ausbleiben der Menses

Welche körperlichen Symptome weisen auf das Mittel hin?

  • Nackenschmerzen durch Zugluft
  • große Schmerzen bei reichlich fließender Menses; je stärker der Blutfluss, desto schlimmer die Beschwerden
  • Depressionen, Hitzewallungen im Klimakterium
  • Depressionen im Wochenbett
  • Kopfschmerzen:
    • Kopfschmerzen im Hinterkopf, Gefühl als ob sich der Schädel öffnet und kalte Luft eindringt
    • Kopfschmerz mit dumpfem Gefühl im Kopf, als wäre sie in einer Wolke eingehüllt

Besserung/Verschlechterung

  • Symptome bessern sich im Freien, durch warmes Einhüllen, durch sanfte, fortgesetzte Bewegung. Kopfschmerz und psychische Symptome sind an der frischen Luft besser.
  • Die Symptome verschlechtern sich durch feucht-kaltes Wetter, Wetterwechsel, kaltes Wasser, Zugluft, Menses, Klimakterium, Wochenbett, Alkohol.

Welches sind die Geist- und Gemütssymptome?

Bei Cimicifuga racemosa-Patienten handelt es sich um sanfte, extrovertierte Menschen, die redselig sind. Sie sind unruhig, ungeduldig und nervös, können nicht lange mit einer Sache beschäftigt sein. Es kann Traurigkeit und Depression im Vordergrund stehen: Die Patienten fühlen sich eingesperrt „wie in einem Käfig“ oder eingehüllt „wie von einer schwarzen Wolke“. Sie befürchten, verrückt zu werden, besonders im Klimakterium. Sie werden schwermütig nach der Geburt des Kindes.

Cimicifuga-Patienten haben Angst vor Krankheiten, und Angst, es könnte etwas Schlimmes geschehen. Große Angst vor Ratten.

Welche Mittel sind zu differenzieren?

  • Redseligkeit: Lachesis muta (ist aber warm und scharfzüngig)
  • Klimakterisch (Hitzewallungen) und generell hormonell bedingte Erkrankungen: Conium maculatum, Glonoinum, Lac caninum, Lachesis muta, Pulsatilla pratensis, Sepia officinalis
  • Migräne im Klimakterium: Pulsatilla pratensis
  • Wechselhafte Beschwerden: Pulsatilla pratensis

Fallbeispiel

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Eine 55 -jährige Frau hat leichte Depressionen und Kopfschmerzen. Bereits seit ½ Jahr ist keine Menstruation mehr aufgetreten und sie meint, dass es ihr dadurch zunehmend schlechter gehe. Die Kopfschmerzen und auch ihre „miesepetrige“ Stimmung seien heftiger geworden. Sie berichtet, dass sie keine Lust mehr habe, etwas zu unternehmen oder das Haus zu verlassen. Dabei liebe sie es, mit Menschen zusammen zu sein und sich zu unterhalten. Alles falle ihr schwer. Bei den Kopfschmerzen hat sie das Gefühl, als ob kalte Luft im Kopf sei Die Patientin ist lebhaft und erzählt ausführlich während der Anamnese.

Arzneimittelwahl: Depressionen, Kopfschmerzen durch Ausbleiben der Menses deuten auf Cimicifuga racemosa hin.

Verordnung: Cimicifuga racemosa Q6, 1-mal abends schluckweise aus zubereiteter Lösung (verdünnte Einnahme). Die Potenz Q6 soll die Patientin stabilisieren, da bei ihr die Wechseljahre begonnen hatten, sie also über einen längeren Zeitraum das Mittel einnehmen muss.

Verlauf: nach 10 Tagen berichtete sie, dass es ihr deutlich besser ginge. Sie soll weiterhin abends 3 Tropfen des Arzneimittels einnehmen, bis das Fläschchen leer ist und sich dann wieder vorstellen.