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Homöopathie bei akuten Erkrankungen

Rhus toxicodendron (Rhus-tox.)

Rhus toxicodendron (Rhus-tox.)
Rhus toxicodendron (Rhus-tox.)

 

Synonyma: Toxicodendron quercifolium, eichenblättriger Giftsumach

Das Arzneimittel wird hergestellt aus den frischen Blättern.

Die Pflanze ist ursprünglich in Nordamerika und Ostasien heimisch aber inzwischen in Europa als Zierstrauch weit verbreitet. Neben dem eichenblättrigen Giftsumach wird auch der kletternde Giftsumach (Rhus radicans) homöopathisch eingesetzt, in diesem Kurs aber nicht beschrieben.

Die Inhaltsstoffe des eichenblättrigen Giftsumachreizen die Haut und es entwickeln sich kleine Bläschen.

Bei welchen Indikationen hat sich Rhus toxicodendron bewährt?

  • Neuralgien
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkbeschwerden
  • Hautausschlägen, z.B. Herpes labialis, Herpes zoster

Welches sind die Leitsymptome von Rhus toxicodendron?

Vorherrschend bei Rhus toxicodendron ist die Ruhelosigkeit, sowohl auf der körperlichen als auch auf der psychischen Ebene. Alles ist steif, es fällt schwer zu entspannen, körperlich und geistig steif (unflexibel), wobei Bewegung psychisch und körperlich bessert (mit Anlaufschmerz, erst die fortgesetzte Bewegung bessert). Hautausschläge sind besser durch Hitze oder heißes Wasser.

Folgen von

  • Nässe, Kälte
  • Zugluft, besonders nach Hitze oder Schweiß
  • Verstauchungen, Zerrungen
  • Überanstrengung

Welche körperlichen Symptome weisen auf das Mittel hin?

  • Kopfschmerzen mit steifem Nacken
  • rheumatischen Beschwerden und Bläschenausschlag
  • Halsschmerzen und Heiserkeit, die besser werden durch Reden
  • Kribbeln, Taubheitsgefühle, wie auf Nadeln gehen, wenn die Fußsohlen betroffen sind
  • Bläschenausschlag der rot, entzündet und sehr schmerzhaft ist

Besserung/Verschlechterung

  • Die Symptome bessern sich durch stetige Bewegung, Wärme, Hitze, heißes Wasser, warme Getränke.
  • Die Symptome verschlechtern sich durch Nässe, Kälte, Zugluft, zu Beginn der Bewegung, nachts, nach Mitternacht.

Welches sind die Geist- und Gemütssymptome?

Die Ruhelosigkeit (bei fast allen Beschwerden), treibt den Rhus-toxicodendron-Patienten aus dem Bett, zwingt zum Umhergehen. Sie sind ängstlich, besonders nachts und haben das Gefühl, dass sie immer auf der Hut sein müssen. Sie können aus lauter Angst nicht einschlafen. Sie denken immer an vergangene unangenehme Dinge. Rhus-Toxicodendron-Patienten gelten als zurückhaltend und steif; sie können ihre Gefühle nicht äußern oder zeigen.

Welche Mittel sind zu differenzieren?

  • Wenn fortgesetzte Bewegung die Beschwerden bessert: Bellis perennis, Conium maculatum, Drosera rotundifolia, Dulcamara, Ferrum metallicum, Lycocpodium clavatum, Magnesium carbonicum, Mercurius solubilis, Pulsatilla pratensis, Sambucus nigra, Sepia officinalis
  • Ruhelosigkeit: Aconitum napellus, Arsenicum album, Mercurius solubilis
  • Erysipel: Apis mellifica, Belladonna, Graphites naturalis
  • Nässe, Kälte <: Calcium carbonicum, Calcium phosphoricum, Dulcamara, Natrium sulfuricum, Thuja occidentalis
  • Folgen von Verrenkung, Überanstrengung: Arnica montana, Bellis perennis, Bryonia alba, Ruta graveolens
  • Verharren bei unangenehmen Ereignissen: Natrium muriaticum, Sarsaparilla officinalis

Fallbeispiel

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Ein 14-jähriges Mädchen berichtet, dass sie gestern im Hallenbad gewesen sei und wegen des schönen Wetters mit dem Fahrrad gefahren war. Heute habe sie Halsschmerzen und Gelenkschmerzen, alles fühle sich steif an. Besonders schlimm sei es in der Nacht gewesen. Nach längerem Sitzen sowie heute am Morgen nach dem Aufstehen habe sie fast nicht stehen können. Erst als sie eine Weile gegangen sei, seien die Beschwerden besser geworden. Die Patientin hat ein Verlangen nach heißen Getränken und wärmenden Körnerkissen für den Nacken.

Arzneimittelwahl: Die nächtliche Ruhelosigkeit und die anfänglichen Beschwerden beim Aufstehen und Laufen weisen auf Rhus toxicodendron hin.

Verordnung: Rhus toxicodendron C30, 3-mal täglich aus zubereiteter Lösung (verdünnte Einnahme) schluckweise, nach erster Besserung der Beschwerden, 1-mal täglich schluckweise.

Verlauf: Die Patientin musste das Arzneimittel nur einen Tag einnehmen (3-mal 1 Schluck), bereits am 2. Tag ging es ihr viel besser und am 3. Tag war sie beschwerdefrei.