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Taping für Heilpraktiker - Dickdarmleitbahn

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Taping für Heilpraktiker

Dickdarmleitbahn

 

Abb. 8.3 Dickdarmleitbahn.
Abb. 8.3 Dickdarmleitbahn mit einzelnen Akupunkturpunkten.

 

Die Dickdarmleitbahn zählt zum Element Metall und ist eine Yang-Leitbahn (Abb. 8.3). Sie steht über die Yin-Yang-Kopplung mit der Lungenleitbahn und über die Oben-Unten-Kopplung mit der Magenleitbahn in Verbindung.

Die 5 antiken Punkte sind Di1 (Metall) und Di2 (Wasser), Di3 (Holz), Di5 (Feuer) und Di11 (Erde). Weitere wichtige Punkte sind Ma25 (Mu-Alarmpunkt des Dickdarms), Di7 (Xi-Punkt), Di6 (Luo-Punkt) und Di4 (Yuan-Punkt).

Häufige Disharmoniemuster im Verlauf der Dickdarmleitbahn

Die Dickdarmleitbahn kann in ihrem Verlauf unterschiedliche Disharmoniemuster aufweisen. Diese sind in Tab. 8.2 dargestellt.

 

Tabelle 8.2  Disharmoniemuster im Verlauf der Dickdarmleitbahn

 

Tonisierende Applikation auf der Dickdarmleitbahn

Tonisierendes Tape im Verlauf der Dickdarmleitbahn

 

Abb. 8.4 Anlage des I-Tapes im Leitbahnverlauf.
Abb. 8.4 Anlage des I-Tapes im Leitbahnverlauf.

 

Die tonisierende Applikation auf der Dickdarmleitbahn erfolgt mithilfe der Ligamenttechnik in Richtung der Leitbahn. Hierzu wird das Tape mit maximalem Zug bzw. mitunter auch mit halbem Zug (50%) im Verlauf der Leitbahn auf die Haut geklebt, d.h. von Di1 bis Di20.

Die Leitbahn wird tonisiert, wenn Leere-Zustände im Funktionskreis Lunge und Dickdarm oder in der Leitbahn selbst vorliegen. Hierzu zählen z. B. chronische Verstopfung, chronische Nasennebenhöhlenentzündung oder eine chronische Epicondylitis humeri radialis. Oftmals genügt es, nur den Teil der Leitbahn zu tapen, auf dem der therapeutische Schwerpunkt liegt.

Es wird ein schwarzes Tape verwendet, da der Dickdarm zum Element Metall gehört. Alternativ kann ein rotes Tape verwendet werden, da es sich um eine tonisierende Anlage handelt und der Farbe Rot eine tonisierende Wirkung zugeschrieben wird.

Es wird ein Tape von Di1 bis Di18 abgemessen und zugeschnitten. Für Di19 und Di20 werden Gittertapes verwendet, da diese von den Patienten im Gesicht in der Regel besser toleriert werden.

Tapeapplikation:

  • Das Tape wird zugeschnitten und in der Mitte geteilt (bei kurzen Tapeverläufen ist ein Teilen nicht unbedingt erforderlich). Beim Zuschneiden ist darauf zu achten, dass das Tape für die Ligamenttechnik etwas kürzer geschnitten wird. Die Ecken werden abgerundet.
  • Die Haut wird dort gereinigt, wo das Tape aufgeklebt werden soll.
  • Nun wird der Akupunkturpunkt Di1 lokalisiert. Er befindet sich am radialen Nagelwinkel des Zeigefingers.
  • Die Folie wird an der Basis des Tapes eingerissen und vollständig abgezogen.
  • Die Basis des Tapes wird auf die Haut über Di1 geklebt. Man streicht einige Male darüber, um das Tape zu fixieren.
  • Die Finger des Patienten werden in Extension, der Daumen in Opposition und das Handgelenk in Ulnarabduktion gebracht. Das Tape wird mit Zug auf Di2 bis Di5 geklebt.
  • Das Handgelenk des Patienten wird in Flexion, der Unterarm in Pronation gebracht. In dieser Position wird das Tape mit Zug auf Di6 bis Di11 geklebt.
  • Der Arm des Patienten wird nun hinter dessen Rücken positioniert. Das Tape wird weiter auf Di12 bis Di15 geklebt (Abb. 8.4).
  • Der Kopf des Patienten wird in eine Lateralflexion, Rotation und Reklination gebracht. In dieser Position wird das Tape weiter auf Di16 bis Di18 geklebt. Schließlich lässt man das Tape ohne Zug auslaufen.
  • Man streicht einige Male über das Tape, um es zu fixieren.
  • Di19 befindet sich unterhalb der Nase, Di20 am Nasenflügel. Um passende Gittertapes zu erhalten, werden diese einfach in der Mitte durchgeschnitten und dann von der Folie gelöst. Jeweils ein Gittertape wird auf Di19 und Di20 geklebt.
  • Das Tape ist nun fertig und kann erfahrungsgemäß etwa 7 Tage auf der Haut verbleiben.

Tonisierendes Tape im Verlauf der Dickdarmleitbahn zur Behandlung einer chronischen Epicondylitis humeri radialis

Im folgenden Beispiel wird die Behandlung einer chronischen Epicondylitis humeri radialis im Bereich von Di11 mit einer tonisierenden Tapeapplikation beschrieben. Dieser Punkt wird mithilfe eines elastischen Tapes und eines Goldkügelchens tonisiert.

Druck- und Tapeapplikation:

  • Es wird ein Tape mit einer Breite von 2,5 cm abgemessen und zugeschnitten.
  • Die Haut wird dort gereinigt, wo das Tape aufgeklebt werden soll.
  • Ein Goldkügelchen wird auf Di11 appliziert.
  • Das Ellenbogengelenk wird in Extension, das Handgelenk in Flexion und Pronation gebracht, und die Basis des Tapes wird ohne Zug distal von Di11 appliziert.
  • Das Tape wird mit maximalem Zug über Di11 (in Richtung Di12) geklebt.
  • Das Ende lässt man ohne Spannung auslaufen.
  • Man streicht einige Male über das Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig und sollte erfahrungsgemäß nur etwa 2–3 Tage auf der Haut bleiben, da sich ansonsten durch das Kügelchen Druckstellen bilden können.

 

Sedierende Applikation auf der Dickdarmleitbahn

Sedierendes Tape im Verlauf der Dickdarmleitbahn

Die sedierende Applikation auf der Dickdarmleitbahn erfolgt mithilfe der Muskeltechnik. Hierzu wird das Tape entgegen dem Verlauf der Leitbahn ohne Zug auf die Haut geklebt, d.h. von Di20 bis Di1.

Die Leitbahn wird sediert, wenn sog. Fülle-Zustände im Funktionskreis Lunge und Dickdarm oder in der Leitbahn selbst vorliegen. Hierzu zählen z. B. eine akute Epicondylitis humeri radialis, akute Verdauungsstörungen oder die allergische Rhinitis. Oftmals genügt es, nur den Teil der Leitbahn zu tapen, auf dem der therapeutische Schwerpunkt liegt.

Es wird ein schwarzes Tape verwendet, da der Dickdarm zum Element Metall gehört. Alternativ kann ein blaues Tape verwendet werden, da es sich um eine sedierende Anlage handelt und der Farbe Blau eine sedierende Wirkung zugeschrieben wird.

Es wird ein Tape von Di18 bis Di1 abgemessen und zugeschnitten. Für Di 19 und Di 20 werden Gittertapes verwendet, da diese von den Patienten im Gesicht in der Regel besser toleriert werden.

Tapeapplikation:

  • Das Tape wird zugeschnitten und in der Mitte geteilt (bei kurzen Tapeverläufen ist ein Teilen nicht unbedingt erforderlich). Beim Zuschneiden des Tapes ist darauf zu achten, dass es in Länge des Leitbahnverlaufs abgemessen werden muss, da es mithilfe der Muskeltechnik appliziert wird. Die Ecken werden abgerundet.
  • Die Haut wird dort gereinigt, wo das Tape aufgeklebt werden soll.
  • Zunächst werden 2 Gittertapes zugeschnitten (Gittertape halbieren) und auf Di19 und Di20 geklebt. Di19 befindet sich unterhalb der Nase, Di20 am Nasenflügel.
  • Anschließend wird Di18 lokalisiert. Er befindet sich auf Höhe des Kehlkopfes zwischen den Köpfen des M. sternocleidomastoideus.
  • Die Folie des Tapes wird an der Basis eingerissen und vollständig entfernt. Die Basis des Tapes wird proximal von Di18 auf die Haut geklebt. Man streicht einige Male darüber, um sie zu fixieren.
  • Danach bringt man den Kopf des Patienten in eine Lateralflexion, Rotation und Reklination. Das Tape wird ohne Zug bis Di16 aufgeklebt.
  • Der Arm des Patienten wird hinter seinen Rücken gebracht. Das Tape wird weiter auf Di15 bis Di12 geklebt.
  • Das Ellenbogengelenk wird in Extension, das Handgelenk in Flexion, der Unterarm in Pronation gebracht. Das Tape wird in dieser Position auf Di11 bis Di6 appliziert.
  • Anschließend werden die Finger in Extension, der Daumen in Opposition und das Handgelenk in eine Ulnarabduktion gebracht. Das Tape wird ohne Zug auf Di5 bis Di1 geklebt. Das Tape lässt man ohne Zug auslaufen.
  • Man streicht einige Male über das Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig und kann erfahrungsgemäß etwa 7 Tage auf der Haut verbleiben.

Sedierendes Tape im Verlauf der Dickdarmleitbahn zur Behandlung akuter Handgelenkschmerzen

Im folgenden Beispiel wird die Behandlung von akuten Handgelenkschmerzen im Bereich von Di5 mit einer sedierenden Tapeapplikation beschrieben. Di5 wird mithilfe eines elastischen Tapes und eines Silberkügelchens sediert.

Druck- und Tapeapplikation:

  • Ein Tape mit einer Breite von 2,5 cm wird abgemessen und zugeschnitten.
  • Die Haut wird dort gereinigt, wo das Tape aufgeklebt werden soll.
  • Ein Silberkügelchen wird auf Di5 appliziert.
  • Die Basis des Tapes wird ohne Zug proximal von Di5 appliziert.
  • Während der Ulnarabduktion des Handgelenks und der Daumenopposition wird das Tape ohne Zug über Di5 nach distal in Richtung Di4 geklebt.
  • Das Ende lässt man ohne Spannung auslaufen.
  • Man streicht einige Male über das Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig und sollte erfahrungsgemäß nur etwa 2–3 Tage auf der Haut bleiben, da sich ansonsten durch das Kügelchen Druckstellen bilden können.