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Taping für Heilpraktiker - Beispiele für den Behandlungsaufbau

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Taping für Heilpraktiker

Beispiele für den Behandlungsaufbau

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Tape auf Akupunkturpunkte bei einem Milz-Qi-Mangel

 

Video 7.1 zeigt die Anlage eines Tapes auf Akupunkturpunkte bei einem Milz-Qi-Mangel.>>

 

Video: Beispiele für den Behandlungsaufbau

  

 

Befundung. Der Patient leidet unter Blähungen und Verdauungsproblemen mit weichen Stühlen. Bei der Anamnese wird vorrangig ein Milz-Qi-Mangel diagnostiziert. Hinzu kommen eine Muskelschwäche mit Appetitstörung, Müdigkeit und Blässe. Die Zunge ist blass, leicht geschwollen und zeigt einen dünnen weißlichen Belag. Der Puls ist schwach.

Die Milz zählt gemeinsam mit dem Magen zum Element Erde. Bei einem Milz-Qi-Mangel liegt eine Schwäche der Erde bzw. der Mitte vor. Diese kann sich z. B. in Verdauungsstörungen, Durchfällen, Venenschwäche oder einer Uterussenkung äußern.

Taping-Konzept. Bei einem Milz-Qi-Mangel handelt es sich um einen Leere-Zustand. Darauf aufbauend kommt eine tonisierende Applikation zum Einsatz. Das Therapieziel ist die Stärkung des Milz- und Magen-Qi.

Die wichtigsten Akupunkturpunkte sind Mi3, Ma36, Bl20 (Rücken-Shu-Punkt der Milz) und Bl21 (Rücken-Shu-Punkt des Magens). Auf alle Punkte werden Goldkügelchen appliziert. Darüber wird ein elastisches Tape mit der Ligamenttechnik in Richtung der Leitbahn geklebt. Die Applikation erfolgt unter Vordehnung des Gewebes. Diese gelingt bei Mi3 und Ma36 mithilfe des Hautvorschubs und bei Bl20 und Bl21 durch das Vorbeugen des Patienten.

Das Tape wird im Verlauf der Milz-, Magen- und Blasenleitbahn auf die Haut geklebt. Vorzugsweise wird ein gelbes Tape verwendet, da die Milzleitbahn gemeinsam mit der Magenleitbahn dem Element Erde zugeordnet wird.

Behandlungsempfehlung

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Auf Grundlage der allgemeinen Farbenlehre beim Taping wird bei einer Milz-Qi-Schwäche ein rotes Tape zur Tonisierung appliziert. Um das Organ Milz über die Farbe bzw. über das Element der Wandlungsphasen zu stärken, wird – wenn verfügbar – ein gelbes Tape gewählt.

Die Applikation wird mithilfe der Ligamenttechnik durchgeführt.

Druck- und Tapeapplikation:

  • Benötigt werden insgesamt 4 I-Tapes: Je ein I-Tape wird über Ma36 und Mi3 (beide mit einer Länge von ca. 5 cm) und jeweils eines über Bl20 und Bl21 (beide ca. 10 cm lang) abgemessen und zugeschnitten. Die Ecken der Tapes werden abgerundet.
  • Die Haut wird dort gereinigt, wo die Tapes aufgeklebt werden sollen.
  • Um die Wirkung des Tapes zu verstärken, wird je ein Goldkügelchen auf die Akupunkturpunkte appliziert:
    • Zunächst wird ein Goldkügelchen auf Ma36 geklebt, der sich 3 cun bzw. 4 Finger breit oder ca. 10 cm unterhalb von Ma35 befindet.
    • Mi3 befindet sich hinter dem Köpfchen des Os metatarsale I. Auch auf diesen wird ein Goldkügelchen geklebt.
  • Die Folie des 1. I-Tapes wird an der Basis eingerissen und vollständig gelöst. Die Basis des Tapes wird oberhalb von Ma36 auf die Haut geklebt. Im Anschluss wird das Tape mit maximalem Zug in Richtung der Magenleitbahn über den Akupunkturpunkt gezogen und auf die Haut appliziert.
  • Die Basis des 2. Tapes wird vor Mi3 fixiert. Auch dieses Tape wird mit maximalem Zug in Richtung der Milzleitbahn über den Akupunkturpunkt gezogen und auf die Haut geklebt.
  • Anschließend wird auch auf Bl20 und Bl21 je ein Goldkügelchen geklebt:
    • Bl20 befindet sich 1,5 cun bzw. 1½ Daumen breit oder ca. 5 cm seitlich unterhalb des Dornfortsatzes des 11. Brustwirbelkörpers (BWK).
    • Bl21 befindet sich 1,5 cun bzw. 1½ Daumen breit oder ca. 5 cm seitlich unterhalb des Dornfortsatzes des 12. BWK.
  • Der Patient wird gebeten, sich nach vorn zu beugen.
  • Dann wird die Folie des 3. Tapes gelöst. Die Basis des Tapes wird auf der linken Körperseite oberhalb von Bl20 auf die Haut geklebt. Das Tape wird mit maximalem Zug in Richtung der Blasenleitbahn über Bl21 gezogen und auf die Haut geklebt.
  • Die Folie des 4. Tapes wird gelöst, und die Basis des Tapes wird auf der rechten Körperseite oberhalb von Bl20 auf die Haut aufgeklebt. Das Tape wird mit maximalem Zug in Richtung der Leitbahn über Bl21 gezogen und auf die Haut geklebt.
  • Die Enden der Tapes lässt man jeweils ohne Zug auslaufen.
  • Man streicht einige Male über das Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig und sollte erfahrungsgemäß nur etwa 2–3 Tage auf der Haut verbleiben, da die Kügelchen zu Druckstellen führen können.

Tape auf Akupunkturpunkte bei einem rebellierenden Magen-Qi

Befundung. Beim Patienten wird vorrangig ein rebellierendes Magen-Qi diagnostiziert. Er leidet unter Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Epigastrium. Hinzu kommen Appetitmangel, Schlaf- und Verdauungsstörungen. Die Zunge zeigt einen dicken weißlich-gelben Belag im Magenareal. Der Puls ist voll.

Das rebellierende Magen-Qi kann mit folgenden westlichen Diagnosen Übereinstimmungen zeigen: Roemheld-Syndrom, Reflux, Dyspepsie und Gastritis. Zudem kann ein rebellierendes Magen-Qi durch eine Leber-Qi-Stagnation begründet sein. Hierbei kommen westliche Erkrankungen wie die Fettleber, Virushepatitis oder Leberzirrhose in Betracht.

Taping-Konzept. Bei einem rebellierenden Magen-Qi handelt es sich um einen Fülle-Zustand und gleichzeitig um eine allgemeine Schwäche des Magens. Darauf aufbauend kommen sowohl eine sedierende wie auch eine tonisierende Applikation zum Einsatz. Therapieziele sind das Absenken des rebellierenden Magen-Qi sowie die Stärkung des schwachen Magens.

Die wichtigsten Akupunkturpunkte sind Ma36, Pe6, Ren12 und Ma21. Auf Ma36 und Ren12 wird ein Goldkügelchen, auf die restlichen Akupunkturpunkte werden Silberkügelchen geklebt. Auf Ma36 und Ren12 wird zudem das elastische rote Tape mithilfe der Ligamenttechnik in Richtung der Leitbahn appliziert. Auf den anderen Punkten kommt die Muskeltechnik (blaue Tapes) zum Einsatz, und die Tapes werden entgegen der Leitbahn geklebt. Alle Tapes werden unter Vordehnung des Gewebes appliziert. Die Applikation auf Ma36, Ren12 und Ma21 erfolgt unter leichtem Hautvorschub. Für die Applikation auf Pe6 kann das Handgelenk in eine Extension gebracht werden.

Behandlungsempfehlung

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Auf Grundlage der allgemeinen Farbenlehre beim Taping wird bei einem rebellierenden Magen-Qi ein blaues Tape zur Sedierung appliziert. Um das Organ Magen über die Farbe bzw. über das Element der Wandlungsphasen zu stärken, wird – wenn verfügbar – ein gelbes Tape gewählt.

Beim rebellierenden Magen-Qi sollte es vermieden werden, dass der Patient aktiv durch eine Hyperextension (Überstreckung des Rückens) das Bauchgewebe in Vordehnung bringt. Dies könnte die Beschwerden deutlich verstärken. Hier hat es sich bewährt, ein flaches Kissen unter die LWS des Patienten zu legen. Zudem kann die Haut durch leichtes Verschieben vom Behandler in Vordehnung gebracht werden.

Wird eine Applikation auf die Akupunkturpunkte Ren12 und Ma21 vom Patienten aufgrund einer zu starken Abwehrspannung nicht toleriert, können alternativ Ma34 (sedierende Applikation) und Ma44 (tonisierende Applikation) genutzt werden.

Druck- und Tapeapplikation:

  • Der Behandler bereitet 2 rote und 2 blaue I-Tapes mit einer Länge von etwa 5 cm vor.
  • Die Haut wird dort gereinigt, wo die Tapes aufgeklebt werden sollen.
  • Dann wird ein Goldkügelchen auf Ma36 und Ren12 appliziert. Mithilfe der Ligamenttechnik wird das rote Tape in Richtung der Leitbahn über den Akupunkturpunkt geklebt.
  • Im Anschluss folgen die Akupunkturpunkte Pe6 und Ma21. Hierzu wird zunächst je ein Silberkügelchen auf Pe6 und Ma21 geklebt. Über diese wird jeweils ein blaues Tape entgegen der Richtung der Leitbahn appliziert. Das Gewebe wird vor der Applikation durch den Behandler in Vordehnung gebracht.
  • Das Tape ist nun fertig und sollte erfahrungsgemäß nur etwa 2–3 Tage auf der Haut verbleiben, da die Kügelchen zu Druckstellen führen können.

 

Behandlungsempfehlung

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Die Vordehnung des Gewebes sollte schmerzfrei und immer in die zu applizierende Richtung erfolgen. Dies bedeutet: Wird ein sedierendes Tape über Ma21 geklebt, erfolgt die Applikation entgegen der Leitbahn, also von Ma22 in Richtung Ma21.

Tape auf Akupunkturpunkte bei einer Leber-Qi-Stagnation

Befundung. Beim Patienten wird vorrangig eine Leber-Qi-Stagnation diagnostiziert. Er leidet unter einem Globusgefühl im Hals, Druckgefühl im Abdomen und im Thorax und unter Spannungsschmerzen in der Brust. Hinzu kommen Zornausbrüche, Aggressionen, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen. Die Zunge zeigt einen normalen Belag. Die Seitenränder sind leicht gerötet und zeigen Zahnmarken. Der Puls ist saitenförmig.

Die Leber-Qi-Stagnation kann mit folgenden westlichen Diagnosen Übereinstimmungen zeigen: Fettleber, Virushepatitis, Aszites, Cholelithiasis, Cholezystolithiasis, Choledocholithiasis oder Leberzirrhose. Zudem kann eine Leber-Qi-Stagnation durch viel Stress sowie Emotionen wie Zorn und Aggression hervorgerufen werden.

Taping-Konzept. Bei einer Leber-Qi-Stagnation handelt es sich um einen Fülle-Zustand. Darauf aufbauend kommt eine sedierende Applikation zum Einsatz. Zur Unterstützung des Leber-Qi-Flusses werden tonisierende Punkte hinzugenommen. Grundlegendes Therapieziel ist das Regulieren des Leber-Qi.

Die wichtigsten Akupunkturpunkte sind Le3, Le14, Pe6 und Gb34. Auf Le3 und Gb34 werden Goldkügelchen, auf Le14 und Pe6 Silberkügelchen appliziert. Auf die Punkte Le3 und Gb34 wird das elastische rote Tape mithilfe der Ligamenttechnik in Richtung der Leitbahn appliziert. Bei Le14 und Pe6 wird die Muskeltechnik (blaues Tape) angewendet, die Applikation der Tapes erfolgt entgegen der Leitbahn. Sowohl bei der Ligament- als auch bei der Muskeltechnik wird das Gewebe in Vordehnung gebracht. Bei Le3 erfolgt dies durch eine Flexion des Fußes, bei Le14 durch das Einatmen des Patienten, bei Pe6 durch eine Extension des Handgelenks und bei Gb34 durch Hautvorschub.

Behandlungsempfehlung

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Auf Grundlage der allgemeinen Farbenlehre beim Taping wird bei einer Leber-Qi-Stagnation ein blaues Tape zur Sedierung appliziert. Um das Organ Leber über die Farbe bzw. über das Element der Wandlungsphasen zu stärken, wird – wenn vorhanden – ein grünes Tape gewählt.

Reagiert der Patient zu stark auf Dehnungsreize, kann mit vorsichtigem Hautvorschub gearbeitet werden.

Druck- und Tapeapplikation:

  • Der Behandler bereitet 2 rote und 2 blaue I-Tapes mit einer Länge von etwa 5 cm vor.
  • Die Haut wird dort gereinigt, wo die Tapes aufgeklebt werden sollen.
  • Dann wird ein Goldkügelchen auf Le3 und Gb34 appliziert. Mithilfe der Ligamenttechnik wird das rote Tape in Richtung der Leitbahn auf die Haut geklebt.
  • Im Anschluss folgen die Akupunkturpunkte Le14 und Pe6. Hierbei werden vorab Silberkügelchen auf Le14 und Pe6 appliziert. Über diese wird jeweils ein blaues Tape entgegen der Leitbahn appliziert. Das Gewebe wird zuvor durch den Behandler in Vordehnung gebracht.