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Taping für Heilpraktiker - Tonisierende Druckapplikationen in Kombination mit einem Tape

Kursangebot | Taping für Heilpraktiker | Tonisierende Druckapplikationen in Kombination mit einem Tape

Taping für Heilpraktiker

Tonisierende Druckapplikationen in Kombination mit einem Tape

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Zu den tonisierenden Druckapplikationen zählen Senf- und Pfefferkörner, Goldkügelchen und Pflanzensamen. Goldkügelchen und Pflanzensamen wirken sanft, Pfefferkörner mittelstark und Senfkörner sehr stark reizend bzw. tonisierend auf das Gewebe.

Auf Grundlage der TCM erfolgt die tonisierende Tapeanlage mit einem elastischen Tape mithilfe der Ligamenttechnik in Richtung der Leitbahn. Dabei ist der Verlauf der Narbe zu beachten (s. Applikationen und ihre Ausrichtung). Aus Sicht der westlichen Medizin wird das Tape ebenfalls mithilfe der Ligamenttechnik appliziert.

Die tonisierende Applikation wird v. a. bei chronischen „Leere-Narben“ verwendet.

Bei keloiden und hypertrophen Narben können die Druckapplikationen direkt auf die Narbe appliziert werden, um das zentral gelegene kontrakte Gewebe zu mobilisieren und eine direkte Kompression auszuüben.

Tape kombiniert mit einer tonisierenden Druckapplikation zur Behandlung einer Narbe

 

 

Abb. 13.5 Anlage eines Tapes kombiniert mit Kügelchen zur Behandlung einer Narbe.
Abb. 13.5 Anlage eines Tapes kombiniert mit Kügelchen zur Behandlung einer Narbe.

 

Video 13.8 zeigt die Anlage eines Tapes kombiniert mit einer tonisierenden Druckapplikation zur Behandlung einer Narbe

 

Video: Tonisierende Druckapplikationen in Kombination mit einem Tape

 

 

Vorgestellt werden 3 Varianten, wie eine tonisierende Druckapplikation kombiniert mit einem Gittertape bzw. einem elastischen Tape erfolgen kann. Tonisierende Druckapplikationen eignen sich v. a. bei Leere-Narben. Diese sind meist blass, livide, schlecht durchblutet, kalt und unempfindlich.

Als Erstes werden bei gering kontrakten und leicht blassen Narben Goldkügelchen bzw. Pflanzensamen (Variante 1), bei mittelstark kontrakten und blassen Narben Pfefferkörner (Variante 2) und bei stark kontrakten und sehr blassen, lividen Narben Senfkörner (Variante 3) direkt auf die Narbe appliziert. Im Anschluss erfolgt das Aufbringen des elastischen Tapes mit der Ligamenttechnik. Die Pfeffer- (Abb. 13.7) und Senfkörner (Abb. 13.8) können zuvor mit Gittertapes fixiert werden.

 

Abb. 13.6 Samenpflaster.
Abb. 13.6 Samenpflaster.

 

 

Abb. 13.7 Pfefferkorn auf einem Gittertape.
Abb. 13.7 Pfefferkorn auf einem Gittertape.

 

 

Abb. 13.8 Senfkörner auf einem Gittertape.
Abb. 13.8 Senfkörner auf einem Gittertape.

 

 

Tapeapplikation:

Variante 1:

  • Für die 1. Variante werden Pflanzensamen benötigt, die auf einem Pflaster aufgebracht sind (Abb. 13.6):
    • Ist die Narbe kurz, kann ein einzelner Samen direkt auf die Narbe geklebt werden.
    • Ist die Narbe lang, werden mehrere Samen entlang des Narbenverlaufs auf die Narbe geklebt.
  • Es wird ein rotes I-Tape entlang des Narbenverlaufs abgemessen. Alle Ecken werden abgerundet. Die Folie des Tapes wird in der Mitte eingerissen (Abb. 13.5). Das Tape wird maximal zwischen beiden Daumen gespannt und en bloc auf die Narbe geklebt.
  • Man streicht einige Male über das Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig. Es sollte nur ca. 2–3 Tage auf der Haut bleiben. Durch die Samen können sich ansonsten Druckstellen bilden.

Variante 2:

  • Für die 2. Variante werden Pfefferkörner benötigt. Im Pfefferkorn sind ätherische Öle enthalten, die zusätzlich wärmend und durchblutungsfördernd auf das Gewebe wirken. Das Tape wird bei stark verhärteten Narben eingesetzt.
  • Ein Gittertape wird von der Folie gelöst. Auf das Gittertape wird das Pfefferkorn gelegt.
  • Das Gittertape samt Pfefferkorn wird auf die Narbe geklebt. Man streicht über das Tape, um es zu fixieren:
    • Bei einer kurzen Narbe genügt meist ein Gittertape mit Pfefferkorn (Abb. 13.7).
    • Bei einer längeren Narbe werden mehrere Gittertapes mit jeweils einem Pfefferkorn entlang des Narbenverlaufs auf die Narbe geklebt.
  • Dann wird ein rotes I-Tape entlang des Narbenverlaufs abgemessen und zugeschnitten. Die Folie wird in der Mitte eingerissen. Das Tape wird maximal zwischen beiden Daumen gespannt und en bloc auf die Gittertapes geklebt.
  • Man streicht einige Male über das gesamte Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig und sollte nicht länger als maximal 1 Tag auf der Haut bleiben, da die Pfefferkörner ansonsten zu Druckstellen führen. Der Patient ist unbedingt auf die begrenzte Tragezeit hinzuweisen.

Variante 3:

  • Für die 3. Variante werden Senfkörner benötigt. In Senfkörnern sind ätherische Öle enthalten, die zusätzlich sehr stark wärmend und durchblutungsfördernd auf das Gewebe wirken. Dieses Tape eignet sich daher bei sehr blassen, sehr schlecht durchbluteten und harten Narben.
  • Ein Gittertape wird von der Folie gelöst. Man legt auf das Gittertape das Senfkorn. Das Gittertape wird mitsamt dem Senfkorn auf die Narbe geklebt. Dann wird es festgestrichen:
    • Bei einer kurzen Narbe genügt zumeist ein Gittertape mit einem Senfkorn.
    • Bei einer längeren Narbe werden bis zu 4 Senfkörner in einer Reihe auf ein Gittertape geklebt (Abb. 13.8) und mit diesem auf die Narbe appliziert. Je nach Länge der Narbe benötigt man mehrere dieser Gittertapes mit Senfkörnern.

 

Vorsicht

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Nach dem Aufbringen des Senfkorns müssen unbedingt die Hände gewaschen werden! Die im Senfkorn enthaltenen ätherischen Öle können die Haut und Schleimhäute reizen.

  • Nun wird ein I-Tape entlang des Narbenverlaufs abgemessen und zugeschnitten. Die Folie wird in der Mitte eingerissen. Dann wird das Tape maximal zwischen beiden Daumen gespannt und en bloc auf die Gittertapes geklebt.
  • Man streicht einige Male über das gesamte Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig und sollte nicht länger als maximal 2–3 Stunden auf der Haut bleiben, da die Senfkörner schnell zu schweren Hautreizungen führen. Der Patient ist unbedingt auf die begrenzte Tragezeit hinzuweisen.

 

Behandlungsempfehlung

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Bei kleinen bis sehr kleinen Narben, z. B. am Finger, werden immer kleine Applikationen gewählt. Hierbei wird grundsätzlich auf Pfefferkörner verzichtet.