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Grundlagen der Biochemie nach Dr. Schüßler - Wie wird ein Mangel diagnostiziert?

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Grundlagen der Biochemie nach Dr. Schüßler

Wie wird ein Mangel diagnostiziert?

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Die ausführliche Anamnese hat in der Schüßler-Therapie einen ähnlich großen Stellenwert wie in der Homöopathie. Eine gründliche, aufmerksame Befragung des Patienten zu Symptomen, Krankengeschichte und Vorbefunden ist die Grundlage jeder erfolgreichen Behandlung. Dabei gilt der Grundsatz, den Hahnemann geprägt hat: Subjektiven Symptomen des Patienten wird die größte Bedeutung beigemessen. Relevant ist somit, was der Patient empfindet. Ob ein Therapeut dies ebenfalls sehen, fühlen oder nachvollziehen kann, ist von untergeordneter Bedeutung. Denn aus den Schilderungen eines Patienten gewinnt der Therapeut wertvolle Hinweise auf vorliegende Mangelzustände und kann die entsprechenden Mineralstoffe auswählen.

Das wichtigste Diagnoseinstrument der Schüßler-Therapie in jedoch die sogenannte Antlitzdiagnose nach Dr. Kurt Hickethier (1891–1958). Im Gesicht, am Hals und Dekolleté sowie den Händen lassen sich frühzeitig Mangelsymptome feststellen. Zeichen können jedoch auch wieder verschwinden, wenn ein Mangel ausgeglichen wird. Daher lässt sich in vielen Fällen der Erfolg der Therapie im Gesicht ablesen. Darüber hinaus sind Antlitzzeichen oftmals schon zu sehen, lange bevor es zu körperlichen Symptomen kommt.

Hinweis

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Gerade deshalb kann die Mineralstofftherapie nach Dr. Schüßler dank der Antlitzdiagnose auch präventiv eingesetzt werden, im Gegensatz zur Homöopathie. Ein guter Schüßler-Therapeut sollte sich deshalb zwingend mit der Antlitzdiagnose und den entsprechenden Zeichen beschäftigen.

Dr. Schüßler erwähnt in seinem kleinen Büchlein „Eine abgekürzte Therapie“ sogenannte „Signaturen“, an denen ein Mineralstoffmangel abzulesen sei. Er ging aber nicht näher auf diese Zeichen ein. Gleichwohl hat er erkannt, dass man seine Beobachtungsgabe dahingehend trainieren kann, in vielen Fällen an der physischen Beschaffenheit des Gesichtes zu erkennen, welches biochemische Mittel dem Betroffenen fehlt. Dr. Schüßler beobachtete genau genommen nicht nur Zeichen im Gesicht, sondern bezog die generelle Beschaffenheit von Händen, Hautanhangsorganen (Haare, Nägel, Drüsen) und Zähnen mit ein. Er empfahl, die Diagnose nicht allein aus den Antlitzzeichen zu begründen, jedoch könne sie die Auswahl eindeutig erleichtern.

Merke

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Für einen guten Schüßler-Therapeut kann die Antlitzdiagnose somit die aus der Anamnese gezogenen Schlüsse untermauern, oder aber den Blick auf andere/weitere Störungen lenken.

Dr. Schüßler selbst hat keine eigene schriftliche Systematik der Antlitzzeichen aufgestellt. Diese geht auf Hickethier zurück, der die Mineralstofftherapie nach Dr. Schüßler erfolgreich bei sich selbst angewendet hat. Sowohl seinen Morbus Bechterew als auch seine Malaria konnte er soweit in den Griff kriegen, dass er keine Symptome mehr hatte. Obwohl ihn die Therapieform überzeugte, beobachtete Hickethier die Zusammenhänge zwischen Symptomen und Antlitzzeichen etwa ein Jahrzehnt, bevor er mit seinen Ergebnissen an die Öffentlichkeit ging. Die Reaktionen darauf waren gemischt: Teilweise stieß er – wie viele Querdenker – auf großen Widerstand, teilweise bekam er aber auch Unterstützung. Hickethiers Doktortitel ist ein Ehrendoktortitel, der ihm von einer amerikanischen Universität als Anerkennung für seine Forschungsleistung zu Schüßler-Salzen und Antlitzdiagnose 1926 verliehen wurde. 1934 eröffnete er das „Kurhaus Hickethier“ in Ellrich im Südharz, wo er die Anwendung der Schüßler-Salze und ihre Veränderungen im Antlitz weiter erforschte. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Hickethier mit einem Berufsverbot belegt, seine Kurhäuser geschlossen, seine Bücher verboten. Er gab jedoch nicht auf und nahm nach Kriegsende den Kurbetrieb 1951 wieder auf, verstarb allerdings wenige Jahre später. Seine engsten Mitarbeiterinnen Charlotte und Luise Depke führten sein Erbe weiter.

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Die Analyse des Antlitzes ist nicht als Diagnose im eigentlichen Sinn zu verstehen, da mit ihrer Hilfe keine Krankheiten festgestellt werden. Vielmehr sind für den geübten Betrachter im Gesicht oftmals bereits Hinweise auf einen Mangel erkennbar, bevor sich „Betriebsstörungen“ als Symptome überhaupt manifestieren. Zudem führt nicht jeder Mangelzustand zwingend zu körperlichen Problemen.

Ganz allgemein ist bei der Antlitzdiagnose wichtig, die verschiedenen (europäischen) Hauttypen zu berücksichtigen. Es gilt, sehr präzise hinzuschauen, um eine normale Gesichtsfarbe von einer Mangelsituation zu unterscheiden. Am besten gelingt dies, indem man die Haut des Unterarmes mit der Gesichtshaut vergleicht. Die Gesichtsfarbe ist dann das Leitkriterium in der Auswahl des passenden Salzes.

Fallbeispiel

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Hat jemand ein blasses Gesicht, dann ist es wichtig, die Hautfarbe des Unterarms zum Vergleich zu betrachten. Ist diese weiß oder alabasterfarben, dann liegt kein Mangel vor, sondern es handelt sich um einen hellen Hauttyp. Die Blässe im Gesicht ist somit nicht verwertbar. Wenn allerdings die Unterarmhaut rosig und sogar gebräunt ist, das Gesicht aber ganz blass, dann deutet der Unterschied auf einen Mangel hin.

Merke

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Diese Hinweise auf einen Mangel werden in der Antlitzdiagnose als „Merker“ oder Antlitzzeichen bezeichnet. Die meisten Salze weisen eine längere Liste an Antlitzzeichen auf, die auf einen Mangel hindeuten.

Eine ausführliche Auflistung finden Sie in den Beschreibungen zu den einzelnen Schüßler-Salzen.

Tabelle: Die wichtigsten Antlitzzeichen für jedes der 12 Schüßler-Salze.

 

Schüßler-SalzAntlitzzeichen
Nr. 1 Calcium fluoratumWürfelfalten (eckige Falten) um die Augen, bräunliche, kreisrunde Augenringe
Nr. 2 Calcium phosphoricumWächserne Haut an Ohren, Nase, Stirn, blasse Gesichtsfarbe, blasse Lippen
Nr. 3 Ferrum phosphoricumGesichtsröte, wie Rouge an Wangen, Stirn und Kinn, rote Ohrkrempe, sog. Ferrumschatten am Unterlid
Nr. 4 Kalium chloratumMilchig-rötliche bis milchig-bläuliche Hautfarbe vor allem am Oberlid, weißer Streifen (sog. Milchbart) über der Oberlippe, Couperose an den Wangen
Nr. 5 Kalium phosphoricumGraue, aschfahle Haut, eingefallene Schläfen, dunkle Augenringe
Nr. 6 Kalium sulfuricumBräunlich-gelbe Verfärbung, vor allem im Mund-Nasen-Dreieck und an den Schläfen
Nr. 7 Magnesium phosphoricumZartrosé bis karmesinrote Färbung der Wangen, dauerhaft oder als Verlegenheitsröte
Nr. 8 Natrium chloratumSchmierig glänzende Haut, vor allem auf Ober- und Unterlid, grobporige, schwammige Haut, aufgedunsen
Nr. 9 Natrium phosphoricumFettiger, stumpfer Glanz vor allem auf Stirn und Nasenrücken, Akne, Pickel, Mitesser
Nr. 10 Natrium sulfuricumBläulich-rote Nase, grünlich-gelbe Verfärbung der Haut, vor allem um das Kinn
Nr. 11 SiliceaPergamenthaut, extreme Hauttrockenheit, Ziehharmonikafalten
Nr. 12 Calcium sulfuricumGelb-graue Hautfarbe, wächsern, Pigmentflecken

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