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Taping für Heilpraktiker - Fersensporn

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Taping für Heilpraktiker

Fersensporn

Definition. Beim Fersen- oder Kalkaneussporn werden der obere und untere Fersensporn unterschieden. Der obere Fersensporn zeigt ein spornartiges Knochenwachstum im Bereich des Ansatzes der Achillessehne. Der untere Fersensporn wächst dornartig an der Unterseite des Tuber calcanei. Beide Formen entstehen aufgrund von Fehlhaltungen des Fußes wie Platt- und Knick-Senkfuß oder durch langes Stehen. Die Schmerzen werden vom Patienten als starker stechender Druckschmerz beim Belasten des Fußes beschrieben.

Behandlungsempfehlung

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Die Symptomatik des oberen und unteren Fersensporns wird durch eine verkürzte und verhärtete Wadenmuskulatur bzw. hypertone Plantaraponeurose verstärkt. Deshalb ist es sinnvoll, die Wadenmuskulatur und auch die Plantaraponeurose mithilfe eines Tapes zu entspannen bzw. zu entlasten.

Ursachen aus Sicht der Schulmedizin:

  • Überlastung
  • Fehlbelastung
  • Traumata und Frakturen
  • Osteomyelitis
  • entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis
  • häufig betroffene Strukturen:
  • Achillessehne
  • M. triceps surae (M. gastrocnemius)
  • (M. plantaris)
  • M. tibialis posterior
  • M. flexor digitorum longus
  • M. flexor hallucis longus
  • Plantaraponeurose

Ursachen aus Sicht der TCM:

  • Leber-Qi-Stagnation
  • Leber-Blut-Mangel
  • Nieren-Yang-Mangel
  • Nieren-Yin-Mangel
  • Blockade in der Nieren- und Blasenleitbahn
  • Milz-Qi-Mangel
  • Nässe und Schleim
  • Blut-Stase
  • Leere-Schmerz (dumpf, langsamer Verlauf, Leeregefühl)
  • Fülle-Schmerz (stechend, fixiert, wandernd, plötzlicher Verlauf)

Korrespondierende Akupunkturpunkte:

  • Achillessehne: B60, Ni3
  • M. triceps surae: Bl39, Bl40, Bl55–Bl58, Ni7, Ni9, Le7
  • M. tibialis posterior: Bl56, Bl57, Ni3
  • M. flexor digitorum longus: Bl56, Ni3
  • M. flexor hallucis longus: Bl58, Bl59, Ni3
  • Plantaraponeurose: Ni1

Behandlung:

  • Blasenleitbahn:
  • Behandlung mit Nah- und Fernpunkten
  • Ashi-Punkte
  • Bl40, Bl55, Bl56, Bl57, Bl58, Bl60

Nierenleitbahn:

  • Behandlung mit Nah- und Fernpunkten
  • Ashi-Punkte
  • Ni1, Ni3

Segment-, Dermatom- und Leitbahnzuordnung:

  • Segmentzuordnung:
  • L4–S1 (M. tibialis posterior)
  • L5–S2 (M. flexor digitorum longus, M. flexor hallucis longus)
  • S1–S2 (M. triceps surae, M. plantaris)

Zonen und Segmente: Rektum, Prostata, UterusHead-Zone (Dermatom): –Leitbahnen: Niere, BlaseRücken-Shu-Punkte: Bl23 (Niere), Bl28 (Blase)

Behandlungsziele:

  • Schmerzreduktion
  • Verbesserung der Beweglichkeit

 

Tabelle 10.15  Steckbrief Fersensporn

 

Weitere unterstützende naturheilkundliche Verfahren:

  • Schüßler-Salze:
  • Fersensporn (Nr. 1, Nr. 2, Nr. 11)
  • chronische Schmerzen der Sehnen und Muskeln (Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr. 7, Nr. 13)
  • Gefühl von Steifheit (Nr. 21)
  • Muskelschmerzen (Nr. 1, Nr. 2, Nr. 5, Nr. 7, Nr. 13, Nr. 20)
  • Myogelose (Nr. 1, Nr. 7, Nr. 15)
  • als Salbe: Nr. 3 bei akuten und starken Schmerzen

westliche Kräuter/Phytotherapie: Arnika, Beinwell, Brennnessel, Vogelmiere, Schafgarbe, Süßholz, Kampfer, Kiefer, Teufelskralle

Schröpfen, blutiges Schröpfen bei Fülle-Zuständen; Pflaumenblütenhämmerchen, Baunscheidtieren bei Fülle-Zuständen; Neuraltherapie; manuelle Therapie

Taping

Muskeltechnik (detonisierend)

Beschrieben wird die Anlage eines Tapes im Verlauf der Unterschenkelmuskulatur (M. triceps surae), Achillessehne und Plantaraponeurose zur Behandlung eines Fersensporns.

Zur Unterschenkelmuskulatur gehören der M. triceps surae, M. tibialis posterior, M. flexor digitorum longus und M. flexor hallucis longus. Die Anlage eines Tapes im Verlauf des M. triceps surae wurde bereits zur Behandlung von Knieschmerzen vorgestellt.

Tapeapplikation:

  • Es wird ein blaues Y-Tape (gemessen von der Tuberositas ossis navicularis bis zum Caput tibiae) zugeschnitten.
  • Die Basis des Tapes wird ohne Zug über der Tuberositas ossis navicularis appliziert.
  • Der Fuß des Patienten wird in eine schmerzfreie Extension gebracht.
  • Dann werden der 1. Zügel des Tapes ohne Zug in Richtung des mittleren Drittels der Facies posterior des Caput tibiae und der 2. Zügel ohne Zug in Richtung der Membrana interossea cruris auf die Haut geklebt.
Ligamenttechnik

Ein Segment-Tape kann je nach Schmerzsymptomatik über L4 bis S2 appliziert werden. Hierbei sind die druckdolenten Punkte entscheidend.

Meridian-Taping

Muskeltechnik (detonisierend) mit Druckapplikation

Zur Behandlung eines Fersensporns ist die Anlage eines Tapes über der Nieren- und Blasenleitbahn erforderlich. Die Durchführung der Tape- und Druckapplikation ist den angegebenen Kapiteln zum Meridian-Taping zu entnehmen.

Tapeapplikation:

  • Blasenleitbahn:
  • Bl60 (Mulde zwischen dem höchsten Punkt des Malleolus und dem Rand der Achillessehne) bis Bl40 (Kniekehle, Mulde zwischen den Sehnen des M. biceps femoris und M. semitendinosus)
  • Tapefarbe Blau (Element Wasser)

Nierenleitbahn:

  • Ni10 (zwischen den Sehnen des M. semitendinosus und M. semimembranosus) bis Ni1 (zwischen dem 2. und 3. Metatarsalknochen)
  • Tapefarbe Blau (Element Wasser)

Druckapplikation:

  • Silberkügelchen:
  • Ashi-Punkte
  • druckdolente Punkte
  • Bl60, Ni1

Goldkügelchen:

  • Bl23, Bl28

 

Die Tapeapplikation auf die betroffenen Leitbahnen erfolgt mithilfe der Muskeltechnik. Die Silberkügelchen werden auf druckdolente Punkte bzw. Ashi-Punkte aufgebracht.

Bei einer Blut-Stase können zusätzlich die Xi-Punkte der Blasen- (Bl63) und der Nierenleitbahn (Ni5) mit einem Silberkügelchen sediert werden.

Beim Punkt Ni1 wird immer auf Klebekügelchen bzw. Gittertapes oder elastische Tapes, jedoch nicht auf Dauernadeln zurückgegriffen.

Hinweis

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Zusammenfassung aus ganzheitlicher Sicht

Aus orthopädischer Sicht wird auch der Fersensporn zumeist lokal betrachtet und mit konservativen Behandlungen wie der Stoßwellentherapie oder Röntgenstrahlen behandelt. Da der Fersensporn jedoch lediglich ein „Symptom“ des Körpers darstellt, sind Rezidive bei lokalen Behandlungen wahrscheinlich.

Ähnlich wie Knieschmerzen weist der Fersensporn übereinstimmende Merkmale mit der LWS und dem Steißbein sowie dem Urogenitalsystem auf. Verbindungen zeigen sich hierbei zu den inneren Organen Prostata und Uterus sowie zum Rektum.

Aus Sicht der TCM sind die Leitbahnen bzw. der Funktionskreis Niere und Blase betroffen. Die Behandlung des Fersensporns erfolgt mithilfe der detonisierenden Applikation (Muskeltechnik) auf der Plantaraponeurose, der Achillessehne und der Wadenmuskulatur. Zusätzlich wird ein Segment-Tape auf L4 bis S2 bzw. ein Rektum- oder Prostata-Uterus-Segment-Tape appliziert. Ergänzend hierzu können Goldkügelchen auf Bl23 (Niere) und Bl28 (Blase) geklebt werden.