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Taping für Heilpraktiker - Zusammenfassung und Aussichten

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Taping für Heilpraktiker

Zusammenfassung und Aussichten

Narben können sog. „Störfelder“ darstellen, die stumm verlaufen oder aktiv sein können. Narben werden in keloide, hypertrophe und atrophe Narben unterteilt. Von diagnostischer Relevanz sind die Narbenverläufe, die sich beispielsweise im Bereich von Leitbahnen, Dermatomen (Head-Zonen) oder Segmenten befinden können. Diese Bezüge sind hilfreich, um Narben und deren mögliche Folgeerscheinungen als Behandler global und nicht nur als lokale Einheit erfassen zu können.

Die globale Betrachtung des Tapings und auch des Narben-Tapings eröffnet viele neue Möglichkeiten bei der Behandlung von Schmerzpatienten jeglicher Genese. Durch die unterschiedlichen Zusammenhänge auf Ebene der Dermatome, Segmente und Leitbahnen ist es möglich, vermeintlich nicht zusammenhängende Symptome des Patienten sinnvoll einordnen zu können und eine gezielte Behandlung mithilfe von Narbentapes einzuleiten.

Fallbeispiel

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Narbe auf Höhe der 12. Rippe, linksseitig

Ein 56-jähriger Patient kommt in die Praxis. Er erzählt, dass er vor etwa 5 Monaten auf den Thorax gefallen sei. Hierbei wurde eine Rippe verletzt. Diese musste operativ versorgt werden. Seit dem Unfall schildert der Patient vermehrt Sodbrennen, leichte Übelkeit am Morgen und Verdauungsbeschwerden. Zudem sei ihm aufgefallen, dass er vermehrt an Palpitationen und auch hartnäckigen Beschwerden der HWS, v. a. linksseitig, leide.

Bei der Inspektion der Narbe fällt auf, dass diese gerötet und wulstig bzw. keloid erscheint. Während der Palpation lässt sich die Narbe im Quer- und Längsverlauf nur schwer verschieben. Zudem verursacht sie bei Berührung und Druck Schmerzen.

Die vorherige Anamnese bestätigt, dass der Patient vermutlich an einem rebellierenden Magen-Qi leidet. Zudem überträgt sich das „Organproblem“ aufgrund der Narbe auf das Herz (reflektorische Wirkung über das Zwerchfell) und auf die HWS, v. a. im Bereich C3–C5, linksseitig.

Da zudem die Lokalisation der Narbe eine hohe Übereinstimmung mit der Head-Zone des Magens zeigt und mit dem Segment Th8 in Verbindung steht, wird bei der Palpation hierauf ein besonderes Augenmerk gelegt. Beim Abtasten der Magenleitbahn (v. a. im Bereich der Rippe sowie Ma34 und Ma36) und auch des Ren Mai (v. a. Ren12, Mu-Alarmpunkt des Magens) sind Verquellungen und Verhärtungen der Punkte spürbar. Neben dem Dermatom und der Leitbahn des Magens wird auch die segmentale Zuordnung im Bereich C3–C5 und Th5–Th9 mithilfe des Kibler-Falten-Tests überprüft.

Aufbauend auf die Anamnese, Inspektion und Palpation wird die Tapeapplikation vorbereitet: Aufgrund des Berührungs- und Druckschmerzes im Magen-Dermatom sowie der geröteten und keloiden Narbe wird auf ein Magen-Dermatom-Tape verzichtet. Zur Behandlung auf segmentaler Ebene wird ein etwa 5 cm langes Tape mithilfe der Muskeltechnik quer über C3 bis C4 bzw. C4 bis C5 geklebt. Zusätzlich kommt ein Magen-Segment-Tape linksseitig auf Höhe von Th5 bis Th6 und Th7 bis Th9 bzw. Th8 bis Th9 (je nach Tastbefund) zum Einsatz. Außerdem werden Goldkügelchen (einschließlich Gittertape) auf Ma36 und Mi6 appliziert.