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Taping für Heilpraktiker - Muskeltechnik

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Taping für Heilpraktiker

Muskeltechnik

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Inhaltsverzeichnis

Bei der Muskeltechnik werden die Tapes auf Muskelverläufe appliziert (vgl. Wirkung auf die Muskulatur). Die Tapeapplikation erfolgt ohne Zug mit einem I- oder Y-Tape. Eine Kombination mit anderen Anlagetechniken ist ebenfalls möglich. Die Haut bzw. der Muskel wird zuvor in eine maximale schmerzfreie Vordehnung gebracht.

Das Tape kann mithilfe der Muskeltechnik tonisierend oder detonisierend appliziert werden (s. Taping aus energetischer Sicht):

  • Bei der tonisierenden Technik werden die Tapes vom Muskelursprung (Punctum fixum) zum Muskelansatz (Punctum mobile) geklebt. Hierbei wird die Farbe Rot verwendet, da Rot eine aktivierende und wärmende Wirkung zugeschrieben wird.
  • Bei der detonisierenden Technik werden die Tapes vom Muskelansatz (Punctum mobile) zum Muskelursprung (Punctum fixum) appliziert. Hierzu wird die Farbe Blau verwendet. Blau gilt als entspannend und kühlend.

 

Behandlungsempfehlung

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Bei der Muskeltechnik befindet sich das zu applizierende Gewebe zuvor immer in Vordehnung. Eine aktive Vordehnung kann durch den Patienten erfolgen. Eine passive Vordehnung ist häufig notwendig, wenn aufgrund von Bewegungseinschränkungen, Lähmungen oder Schmerzen in den Gelenken keine aktive Dehnung möglich ist. Das Tape sollte möglichst immer im vorgedehnten Zustand vermessen werden, um spätere Längendifferenzen beim Applizieren zu vermeiden.

Ziele und Wirkungsweise:

  • Schmerzlinderung
  • Muskelrelaxation (detonisierend)
  • Muskelunterstützung (tonisierend)
  • Verbesserung der Muskelfunktion in Kraft und Koordination
  • Verbesserung der Durchblutung

 

Anwendungsbeispiele:

  • Impingement-Syndrom
  • Ischialgie
  • Epicondylitis humeri radialis und ulnaris

 

Im Folgenden wird die Muskeltechnik anhand der Anlage eines I- und eines Y-Tapes erläutert.

Anlage eines I-Tapes mit der Muskeltechnik

I-Tape zur Behandlung der Epicondylitis humeri ulnaris

 

Abb. 5.1 Applikation entlang der Unterarmflexoren.
Abb. 5.1 Applikation entlang der Unterarmflexoren.

 

Video 5.1 zeigt die Anlage eines I-Tapes zur Behandlung der Epicondylitis humeri ulnaris.

 

Video: Muskeltechnik

 

Definition. Das Krankheitsbild der Epicondylitis humeri ulnaris wird auch als „Golferellenbogen“ bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine Insertionstendopathie im Bereich der Unterarmflexoren.

Ursache. Die Epicondylitis humeri ulnaris entsteht aus Sicht der Schulmedizin aufgrund einer mechanischen Überbelastung bzw. durch Traumata in diesem Bereich.

Hinweis

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Die TCM sieht eine Dysbalance im Bereich der Herzleitbahn als Ursache. Sie kann ihren Ursprung sowohl in Erkrankungen des Herzes, z. B. Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz, als auch in psychischen Belastungen, z. B. Stress oder Depression, haben.

Anlage und Schnitttechnik. Muskeltechnik, I-Tape, detonisierend

Tapeverlauf:

  • Ursprung: Epicondylus medialis humeri am Olekranon
  • Ansatz: Basis der Ossa metacarpalia II–IV

Tapeapplikation:

  • Zunächst werden der Epicondylus medialis humeri sowie die Muskelverläufe der oberflächlichen Flexoren palpiert.
  • Dann werden das Hand- und das Ellenbogengelenk des Patienten in eine schmerzfreie Extension und der Unterarm in eine Supination gebracht. Die Unterarmflexoren befinden sich jetzt in Vordehnung.
  • Die Haut wird im Bereich des Muskelverlaufs gereinigt.
  • Dann wird ein Tape im Verlauf des Unterarms abgemessen (ca. 25–30 cm lang) und zugeschnitten. Die Ecken werden abgerundet.
  • Die Folie des I-Tapes wird an einem Ende eingerissen und vollständig entfernt.
  • Die Basis des Tapes wird proximal der Basis der Ossa metacarpalia II–IV auf die Haut geklebt.
  • Das Tape wird nun entlang des Muskelverlaufs ohne Zug auf die Haut aufgebracht (Abb. 5.1). Das Ende des Tapes befindet sich im Bereich des Epicondylus medialis humeri.
  • Man streicht über das Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig und kann erfahrungsgemäß bis zu 7 Tage auf der Haut verbleiben.

Anlage eines Y-Tapes mit der Muskeltechnik

Y-Tape zur Behandlung einer Omarthrose

 

Abb. 5.2 Applikation des 1. Zügels des Y-Tapes.
Abb. 5.2 Applikation des 1. Zügels des Y-Tapes.

 

Abb. 5.3 Applikation des 2. Zügels des Y-Tapes.
Abb. 5.3 Applikation des 2. Zügels des Y-Tapes.

 

Video 5.2 zeigt die Anlage eines Y-Tapes zur Behandlung einer Omarthrose.>>

 

Video: Muskeltechnik

 

 

Definition. Bei der Omarthrose handelt es sich um eine degenerative Veränderung des Gelenkknorpels im Schultergelenk.

Ursache. Die Omarthrose entsteht aus Sicht der Schulmedizin aufgrund von Traumata bzw. durch eine Fehlbelastung im Bereich der Rotatorenmanschette.

Hinweis

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Aus Sicht der TCM können Schulterschmerzen durch Störungen im Bereich der Dickdarm-, der 3-Erwärmer- oder der Dünndarmleitbahn entstehen. Weiterhin kommen auch Beschwerden des Dünn- oder Dickdarms als Ursache infrage, beispielsweise eine Dysbiose der Darmflora oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Anlage und Schnitttechnik. Muskeltechnik (entlang des M. deltoideus), Y-Tape, detonisierend

Tapeverlauf (M. deltoideus):

  • Ursprung:
    • Pars clavicularis (laterales Drittel der Klavikula)
    • Pars acromialis (Akromion)
    • Pars spinalis (Spina scapulae)
  • Ansatz: Tuberositas deltoidea

Tapeapplikation:

  • Das Tape wird entlang des Muskelverlaufs abgemessen (ca. 25–30 cm lang) und zugeschnitten. Hierzu wird es in der Mitte in 2 gleich große Zügel geteilt. Eine Basis bleibt bestehen. Die Ecken werden abgerundet.
  • Die Haut wird dort, wo das Tape aufgeklebt werden soll, gereinigt.
  • Die Folie des Tapes wird an der Basis eingerissen und vollständig entfernt.
  • Die Basis des Tapes wird unterhalb der Tuberositas deltoidea auf die Haut geklebt.
  • Im Anschluss wird die Hand des Patienten auf die gegenüberliegende Schulter gelegt, um den hinteren Teil des Muskels in Vordehnung zu bringen.
  • Der 1. Zügel des Tapes wird entlang des Muskelverlaufs ohne Zug in Richtung Spina scapulae auf die Haut geklebt (Abb. 5.2).
  • Dann wird der Arm in Retroversion gebracht, um den vorderen Teil des Muskels zu dehnen.
  • Der 2. Zügel wird ebenfalls ohne Zug in Richtung des lateralen Drittels der Klavikula auf die Haut geklebt (Abb. 5.3).
  • Man streicht einige Male über das Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig und kann erfahrungsgemäß etwa 7 Tage auf der Haut verbleiben.