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Taping für Heilpraktiker - Ligamenttechnik

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Taping für Heilpraktiker

Ligamenttechnik

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Inhaltsverzeichnis

Bei der Ligamenttechnik wird das Tape in der Regel mit maximalem Zug auf die Haut aufgebracht. Es dient dazu, Bänder, Sehnen, Muskeln und Gelenke zu stabilisieren. Präventiv wird diese Technik zum Schutz vor Verletzungen (z. B. bei Ballsportarten wie Volleyball, Handball, Fußball) verwendet. Zudem kann es nach Traumata, z. B. nach Prellungen und Zerrungen, zum Einsatz kommen.

Auch hier gilt die Farbregel, dass akute Geschehen mit einem blauen Tape, chronische Geschehen mit einem roten Tape versorgt werden (s. Farben und ihre Bedeutung).

Für die Ligamenttechnik werden I- und Y-Tapes verwendet. Die Technik kann ohne Probleme mit anderen Anlagetechniken kombiniert werden.

Ziele und Wirkungsweise:

  • Schmerzlinderung
  • Muskelunterstützung
  • Stabilisierung von Bändern, Sehnen, Muskeln und Gelenken
  • Verbesserung der Muskelfunktion in Bezug auf die Kraft und die Koordination

Anwendungsbeispiele:

  • instabiles Handgelenk
  • instabiles Sprunggelenk
  • Verletzung der Seitenbänder am Knie
  • Schmerzen im LWS-Bereich

Bei der Ligamenttechnik kann das Tape en bloc (Variante 1) oder mit der Basis beginnend (Variante 2) angelegt werden.

Anlage eines I-Tapes mithilfe der Ligamenttechnik

I-Tape zur Behandlung von Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks

 

Abb. 5.4 Applikation des 1. I-Tapes über dem ISG.
Abb. 5.4 Applikation des 1. I-Tapes über dem ISG.

 

 

Abb. 5.5 Applikation des 3. I-Tapes über dem ISG.
Abb. 5.5 Applikation des 3. I-Tapes über dem ISG.

 

 

Video 5.3 zeigt die Anlage eines I-Tapes auf die LWS zur Behandlung von Schmerzen im Bereich des ISG.

 

Video: Ligamenttechnik

 

 

Definition. Das ISG verbindet den unteren Teil der Wirbelsäule (Os sacrum) mit dem Becken (Os ilium).

Ursache. Schmerzen im ISG entstehen aus Sicht der Schulmedizin aufgrund von arthrotischen Veränderungen zwischen dem Os sacrum und dem Os ilium, Traumata oder Fehlhaltungen.

Hinweis

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Aus Sicht der TCM können Schmerzen im ISG-Bereich durch Störungen im Bereich der Blasenleitbahn entstehen. Zudem befindet sich auf Höhe des 1. Foramen sacrale der Akupunkturpunkt Bl27. Dieser ist der sog. „Rücken-Shu-Punkt“ des Dünndarms. Segmental werden auf Höhe des ISG die Organe Uterus und Harnblase innerviert.

Somit können Erkrankungen und Störungen des Dünndarms (z. B. Overgrowth-Syndrom oder Darmdysbiosen), der Blase bzw. der Blasenleitbahn (z. B. chronische Zystitiden) und des Uterus (z. B. Myome, Endometriose oder Dysmenorrhö) vorliegen.

Anlage und Schnitttechnik. Ligamenttechnik, Variante 1 (En-bloc-Applikation), I-Tape

Tapeapplikation:

  • Zunächst wird der maximale Schmerzpunkt palpiert. Hierfür werden die Hände auf das Becken des Patienten gelegt. Von dort kann der Bereich des linken und rechten ISG ertastet werden.
  • Es werden 3 I-Tapes mit einer Länge von je 5 cm zugeschnitten. Diese werden kürzer geschnitten, da sie mit maximalem Zug appliziert werden. Die Ecken werden abgerundet.
  • Dann wird die Haut dort gereinigt, wo die Tapes aufgeklebt werden sollen.
  • Die Folie des 1. Tapes wird in der Mitte eingerissen. Der Patienten wird aufgefordert, sich nach vorn zu beugen. Die Folie wird ein wenig gelöst, und der Therapeut spannt das Tape maximal zwischen seinen Daumen. Er klebt es en bloc und etwas schräg, also diagonal auf die Haut über dem linken ISG (Abb. 5.4).
  • Nun wird die Folie des 2. Tapes eingerissen, und das Tape wird ebenfalls mit maximalem Zug en bloc so auf das linke ISG geklebt, dass beide Tapes zusammen ein X bilden.

 

Behandlungsempfehlung

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Dieses X-förmige Tape wird auch als Schmerzkreuz bezeichnet. Das Schmerzkreuz findet z. B. bei Gelenk- und Muskelschmerzen jeglicher Art Anwendung.

 

  • Um die Wirkung zu verstärken, kann ein 3. Tape über die beiden anderen geklebt werden, wiederum mit maximalem Zug (Abb. 5.5). Das Tape hat jetzt eine Sternform.
  • Man streicht einige Male über das Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig und kann erfahrungsgemäß etwa 7 Tage auf der Haut verbleiben.

 

Ein weiteres Beispiel für diese Anlagevariante ist neben dem Schmerzkreuz im LWS-Bereich die Stabilisierung des Akromioklavikulargelenks.

I-Tape zur Behandlung des Patellaspitzensyndroms

 

Abb. 5.6 Applikation des I-Tapes mit maximalem Zug
Abb. 5.6 Applikation des I-Tapes mit maximalem Zug

 

 

Abb. 5.7 Endanlage.
Abb. 5.7 Endanlage.

 

 

Video 5.4 zeigt die Anlage eines I-Tapes zur Behandlung des Patellaspitzensyndroms.

 

Video: Ligamenttechnik

 

Definition. Das Patellaspitzensyndrom wird auch als „Jumper’s knee“ bezeichnet und betrifft die Patellasehne.

Ursache. Aus schulmedizinischer Sicht ist die Ursache des Patellaspitzensyndroms eine akute oder chronische Überlastung der Patellasehne. Diese entsteht häufig durch Sportarten wie Volleyball oder Basketball.

Hinweis

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Aus Sicht der TCM sind Störungen im Bereich der Magen- und Milzleitbahn die Ursache, u. a. auch eine Dysbiose des Darms.

Anlage und Schnitttechnik. Ligamenttechnik, Variante 2, I-Tape

Tapeapplikation:

  • Es wird ein ca. 15 cm langes I-Tape zugeschnitten. Die Ecken werden abgerundet.
  • Die Haut oberhalb, unterhalb und direkt über der Patella wird gereinigt.
  • Der Patient wird aufgefordert, das Knie anzuwinkeln.
  • Die Folie des Tapes wird an der Basis gelöst und vollständig entfernt.
  • Die Basis des Tapes wird distal der Patella auf die Haut geklebt (Abb. 5.6).
  • Das Tape wird mit maximalem Zug auf das Knie geklebt. Das Ende lässt man ohne Spannung auslaufen.
  • Dann streicht man mehrmals über das Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig (Abb. 5.7) und kann erfahrungsgemäß etwa 7 Tage auf der Haut verbleiben.

 

Behandlungsempfehlung

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Die Enden des Tapes werden immer ohne Zug appliziert, um ein vorzeitiges Ablösen zu vermeiden. Je nach gewünschter Wirkung kann die Haut zuvor in Vordehnung gebracht werden. Wird das Tape appliziert, ohne die Haut in eine Vordehnung zu bringen, wird die Beweglichkeit des Gewebes stärker eingeschränkt.

Weitere Beispiele für die Anwendung dieser Variante sind Tapeapplikationen bei Achillodynien.

I-Tape zur Behandlung einer ulnaren Instabilität des Handgelenks

Definition. Instabilitäten im Handgelenk äußern sich durch Funktionseinschränkungen, Bewegungs- und Belastungsschmerzen.

Ursache. Verletzungen und Instabilitäten kommen häufig durch Stürze auf das extendierte Handgelenk zustande und zeigen sich ulnar- und radialseitig.

Hinweis

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Aus Sicht der TCM sind Störungen im ulnaren Bereich des Handgelenks auf eine Schwäche bzw. Dysbalance der 3-Erwärmerleitbahn (z. B. Kopfschmerzen, Ohrenerkrankungen und Nackenschmerzen), der Dünndarmleitbahn (z. B. Migräne, Tinnitus und Schwindel) oder der Herzleitbahn (z. B. funktionelle Herzbeschwerden, Schlafstörungen und Angstzustände) zurückzuführen.

Anlage und Schnitttechnik. Ligamenttechnik, Variante 1 (En-bloc-Applikation), I-Tape

Tapeapplikation:

  • Das Tape wird abgemessen und zugeschnitten (ca. 6–8 cm lang).
  • Dann wird die Haut dort gereinigt, wo das Tape aufgeklebt werden soll.
  • Das Tape wird in der Mitte eingerissen und mit beiden Händen maximal gedehnt.
  • Dann wird es mit maximalem Zug en bloc ulnarseitig des Handgelenks appliziert.

 

Behandlungsempfehlung

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Eine zirkuläre Tapeanlage sollte vermieden werden, um eine ungestörte Durchblutung der Hand zu gewährleisten. Zwischen den beiden Enden des Tapes sollte sich eine etwa 1–2 cm breite tapefreie Zone befinden.

Anlage eines Y-Tapes mithilfe der Ligamenttechnik

Y-Tape zur Behandlung eines instabilen Daumengrundgelenks

Definition. Instabilitäten des Daumengrundgelenks äußern sich durch Funktionseinschränkungen, Bewegungs- und Belastungsschmerzen.

Ursache. Verletzungen und Instabilitäten kommen durch eine ruckartige Abduktion und Extension bzw. aufgrund eines Schlags auf das Gelenk zustande.

Hinweis

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Aus Sicht der TCM sind Störungen bzw. chronische Schmerzen und auch Anfälligkeiten für Verletzungen im Daumengrundgelenk auf eine Schwäche bzw. Dysbalance der Lungenleitbahn (z. B. akute und chronische Lungenerkrankungen wie Bronchitis oder Asthma) und der Dickdarmleitbahn (z. B. abdominelle Erkrankungen, Hauterkrankungen oder Entzündungen des Mundes, der Nase oder des Rachens) zurückzuführen.

Anlage und Schnitttechnik. Ligamenttechnik, Y-Tape

Tapeapplikation:

  • Das Tape wird abgemessen (ca. 10 cm lang), und die beiden Zügel werden zugeschnitten. Dabei bleibt eine Basis erhalten.
  • Dann wird die Haut dort gereinigt, wo das Tape aufgeklebt werden soll.
  • Die Basis des Tapes wird auf Höhe des Os metacarpale I fixiert.
  • Der Daumen wird in eine entspannte Haltung gebracht.
  • Die Tapezügel werden nacheinander in Richtung Handinnenflächen geführt.
  • Die Zügel kreuzen sich auf Höhe des Grundgelenks.
  • Die Enden der Zügel lässt man ohne Zug auslaufen.