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Taping für Heilpraktiker - Tapes mit Druckapplikation

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Taping für Heilpraktiker

Tapes mit Druckapplikation

Tapes können mithilfe von Druckapplikationen eine tiefere Wirkung entfalten und sollten dosiert angewendet werden. Hier gilt der Leitsatz „Weniger ist mehr“.

Druckapplikationen werden v. a. auf Akupunktur- und Triggerpunkte sowie auf verklebte bzw. schlecht durchblutete Narben aufgebracht.

Behandlungsempfehlung

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Da Kügelchen und Körner im Allgemeinen einen punktuellen Druck auf die Haut ausüben, sollten diese bei Erwachsenen erfahrungsgemäß einige Tage, bei Kindern und Kleinkindern maximal einige Stunden auf der Haut verbleiben. Eine Ausnahme bildet hier das Senfkorn. Dieses verbleibt maximal einige Stunden auf der Haut. Bei Kindern wird es aufgrund der starken Hautreaktion nicht angewendet.

Eine mögliche Gefahr bei längerer Tragedauer stellt die Entwicklung von Druckstellen dar, die bei der Verwendung größerer Körner bzw. Samen wie dem Pfefferkorn eher auftreten. Druckstellen können zudem schneller entstehen, wenn bei Patienten systemische Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen oder Diabetes mellitus vorliegen.

Silberkügelchen

 

Abb. 4.11 Silberkügelchen
Abb. 4.11 Silberkügelchen

 

 

Silber gilt als adstringierend und bakterizid. Zudem wird es für regenerative Prozesse eingesetzt und wirkt förderlich auf die Wundheilung. Aus Sicht der TCM wird Silber als sedierend (beruhigend, energieableitend) beschrieben.

Silberkügelchen können meist in der Stärke 800 Gauß (Einheit der magnetischen Flussdichte) erworben werden und haben einen Durchmesser von etwa 1,5 mm (Abb. 4.11). Häufig sind sie auf einem kleinen Pflaster fixiert und können so leichter auf die Haut appliziert werden.

Goldkügelchen

 

Abb. 4.12 Goldkügelchen.
Abb. 4.12 Goldkügelchen.

 

 

Gold wirkt auf das Herz. Zudem hat es einen positiven Einfluss auf rheumatische Erkrankungen. Bei zu hoher Dosierung von Goldpräparaten, z. B. Auranofin, zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis kann es zu Leber-, Nieren- und Bluterkrankungen kommen. Aus Sicht der TCM wird Gold als tonisierend (belebend, stimulierend, energiezuführend) beschrieben.

Goldkügelchen können meist in einer Stärke von 800 Gauß erworben werden und haben wie die Silberkügelchen einen Durchmesser von etwa 1,5 mm. Sie sind auf kleinen Pflastern fixiert (Abb. 4.12).

Stahlkügelchen

Stahl gilt aus Sicht der TCM als neutral (ausgleichend) und kann v. a. bei sensiblen Patienten Anwendung finden. Die Kügelchen haben einen Durchmesser von etwa 1,2 mm und sind auf einem kleinen Pflaster fixiert.

Kupfer- und Zinkkügelchen

Kupfer gilt als antibakteriell, entzündungshemmend, immunregulierend und antifungizid, Zink als gewebeschützend, wundheilungsfördernd und das Immunsystem stärkend. Die Kupfer- und Zinkkügelchen haben einen Durchmesser von etwa 1 mm und sind auf einem kleinen Pflaster fixiert.

Senfkorn

Senfkörner wirken antibakteriell, gefäßerweiternd, wärmend und bewegend. Da Senf fettlöslich ist, dringen seine Wirkstoffe schnell in die Haut ein. Zudem können Senfkörner bei zu langer Anwendung hautreizend sein.

Behandlungsempfehlung

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Nach dem Kontakt mit Senfkörnern sollten die Hände gewaschen werden, da es v. a. im Gesicht leicht zu Hautreizungen kommen kann.

Es wird empfohlen, den Einsatz von Senfkörnern auf 1 bis maximal 4 Stunden auf der Haut zu begrenzen. Hierbei ist durchgehend die Hautreaktion zu beobachten. Zudem sollten Senfkörner niemals nachts auf die Haut appliziert werden, da durch die lange Tragedauer Hautverbrennungen bzw. Verletzungen der Haut wahrscheinlich sind.

Vorsicht

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Sensibilitätsstörungen, wie sie z. B. bei Schlaganfallpatienten oder Diabetikern auftreten können, gelten als Kontraindikation. Bei Kindern ist durch die empfindliche Haut vom Einsatz des Senfkorns abzusehen.

Pfefferkorn

Pfefferkörner (Schwarzer Pfeffer) wirken entkrampfend, beruhigend, antibakteriell, immunregulierend, durchblutungsfördernd und bewegend.

Senf- und Pfefferkörner können beispielsweise im Supermarkt (am besten in Bioqualität) erworben werden und werden mithilfe des Tapes oder Gittertapes auf der Haut fixiert.

Pflanzensamen

 

Abb. 4.13 Samenpflaster.
Abb. 4.13 Samenpflaster.

 

 

Eine weitere Form der Applikation sind die Samenpflaster (Abb. 4.13). Hierbei sind, ähnlich den Dauernadeln, auf einem kleinen Pflaster statt der Nadeln Samen fixiert. Meist handelt es sich hierbei um Vaccariae segetalis (Nelkensamenkörner).

Dauernadel

 

Abb. 4.14 Dauernadel.
Abb. 4.14 Dauernadel.

 

 

Dauernadeln sind auf einem kleinen Pflaster aufgebracht (Abb. 4.14). Durch die ringförmige Fixierung auf dem Pflaster kann die Nadel auch nach längerer Zeit problemlos von der Haut entfernt werden. Die Stahlnadel hat eine Länge von etwa 1,5 mm. Stahl wirkt ausgleichend. Dies bedeutet, dass Fülle-Zustände sedierend bzw. Leere-Zustände tonisierend reguliert werden.

Dauernadeln auf Pflastern sind zu unterscheiden von den sog. Intradermalnadeln („Schlägerform“, Nadellänge ca. 3–7 mm) und Ohrdauernadeln (konische bzw. pfeilförmige Nadel).

Behandlungsempfehlung

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Dauernadeln können erfahrungsgemäß einige Tage bzw. bis zu 10 Tage auf der Haut verbleiben. Die genadelten Hautareale sollten täglich vom Patienten auf mögliche Rötungen und Entzündungen kontrolliert werden.

Dauernadeln können ohne Probleme mit I-, Y-, Fächer- oder Gittertapes kombiniert werden.

In Abb. 4.15 und Abb. 4.16 wird deutlich, wie die Druckverteilung von Dauernadeln bzw. Klebekügelchen auf der Haut stattfindet.

 

Abb. 4.15 Schematische Darstellung einer Dauernadel auf der Haut.
Abb. 4.15 Schematische Darstellung einer Dauernadel auf der Haut.

 

 

Abb. 4.16 Schematische Darstellung eines Klebekügelchens auf der Haut.
Abb. 4.16 Schematische Darstellung eines Klebekügelchens auf der Haut.

 

 

Übersicht der Druckapplikationen

In Tab. 4.1 werden die Druckapplikationen zusammengefasst.

 

Tabelle 4.1  Druckapplikationen