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Homöopathie bei akuten Erkrankungen

Phosphorus (Phos.)

Phosphorus (Phos.)
Phosphorus (Phos.)

 

Synonym: Gelber Phosphor

Das Arzneimittel wird hergestellt aus Gelbem Phosphor.

Phosphorus ist ein Element, das in 3 verschiedenen Formen vorkommt: Als weißer oder gelber Phosphor, der an der Luft raucht und sich spontan entzündet. Als roter Phosphor, der aus dem weißen, unter Luftabschluss erhitzen Phosphor entsteht: Der schwarze Phosphor wird unter Hochdruck gewonnen und bildet graue, metallisch glänzende Kristalle. 

Bei welchen Indikationen hat sich Phosphorus bewährt?

  • Erschöpfungszustände
  • Hämatome und wiederkehrenden Blutungen
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Pneumonie, Tuberkulose
  • Rachitis, Osteomalazie
  • Angina pectoris
  • Schwindel, Morbus Menière

Welches sind die Leitsymptome von Phosphorus?

Charakteristisch für Phosphorus ist eine übermäßige Erregbarkeit des Nervensystems mit einer Überempfindlichkeit der Sinne, z.B. gegen Licht, Geräusche, Gerüche (neben üblen Gerüchen auch Düfte von Blumen oder Parfüm) und gegen Berührung: Phosphorus-Patienten möchten gestreichelt werden, sind aber enorm kitzelig. Sie sind mitfühlend und sehr beeindruckbar, sind voller Ängste und Befürchtungen (Dunkelheit, Gewitter, Alleinsein, Gesundheit).

Es besteht eine ausgeprägte Blutungsneigung aller Organe. Die Blutungen sind hellrot heftig und schwallartig. Kleine Wunden bluten stark. Sie entwickeln blaue Flecken bei geringstem Stoß. Gerinnungsstörungen.

Phosphorus-Patienten haben Verlangen nach kalten Getränken, die nach Warmwerden im Magen wieder erbrochen werden. Sie müssen oft essen, da sonst Schwäche, Zittern und Herzklopfen oder Kopfschmerzen auftreten (Neigung zur Hypoglykämie). Es kommt zu nächtlichen Hungerattacken, Phosphorus-Patienten können erst wieder einschlafen, wenn sie etwas gegessen haben.

Folgen von

  • Verlust von Körpersäften (Erbrechen, Diarrhoe, Blutungen, Stillzeit)
  • erschöpfenden Erkrankungen (Pneumonie, Tuberkulose)
  • warmen Speisen
  • Kälte

Welche körperlichen Symptome weisen auf das Mittel hin?

  • Langaufgeschossene, zu schnell gewachsene Kinder
  • Kopfschmerzen durch Parfüm oder Blumenduft
  • Husten:
    • Husten durch Temperaturwechsel (hustet beim Eintreten in einen Raum und beim Rausgehen an die Luft)
    • Husten durch Sprechen, Kälte, Trinken und Essen
  • brennende Schmerzen im Magen mit Verlangen nach kalten Getränken, die erbrochen werden, sobald sie im Magen warm geworden sind
  • Verdauungstrakt:
    • hungrig nachts, muss aufstehen und etwas essen, bevor er wieder schlafen kann
    • zittern, wenn er lange nichts gegessen hat
    • großer Durst auf kalte Getränke, auch nachts
    • Verlangen nach Eis und nach scharfen Speisen
    • schmerzloser Durchfall, erschöpfender Durchfall, morgendlicher Durchfall mit brennendem After
  • Schwangerschaftserbrechen
  • Blutungen:
    • Blutungen z.B. Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Magenbluten, blutiger Stuhl
    • kleine Wunden bluten lange
  • Herzklopfen beim Liegen auf der linken Seite
  • Atemnot im Liegen, nachts, so dass er sich aufsetzen muss
  • Hitzegefühl
  • jedes Gefühl wird im Magen gespürt

Besserung/Verschlechterung

  • Die Symptome bessern sich durch Licht, Gesellschaft, Schlaf, Liegen auf der rechten Seite, Aufsetzen, Essen. Kopfschmerz werden besser durch kalte Luft.
  • Die Symptome verschlechtern sich durch Alleinsein, Dunkelheit, abends, Wetterwechsel, Kälte, warme Speisen, Liegen auf der linken oder schmerzhaften Seite. Nacken- und Brustschmerzen werden schlechter durch kalte Luft.

Welches sind die Geist- und Gemütssymptome?

Bei Phosphorus-Patienten handelt es sich um mitfühlende, herzliche und offenherzige Menschen. Sie sind sehr beeindruckbar und haben oft Angst um andere und Schwierigkeiten, sich abzugrenzen. Sie lieben es, berührt und gestreichelt zu werden. Es handelt sich um ängstliche Menschen, die äußerst schreckhaft sind und empfindlich auf äußere Eindrücke (Licht, Gerüche, Geräusche) reagieren. Phosphorus-Patienten können nicht alleine sein, sie haben Angst beim Alleinsein, ebenso um die eigene Gesundheit, um andere, vor der Zukunft, sie haben Furcht vor Gewitter und Verlangen nach Gesellschaft. Sie sind schnell erschöpft, geistig, emotional, körperlich.

Welche Mittel sind zu differenzieren?

  • Erschöpfung: Argentum nitricum, Arsenicum album, Calcium phosphoricum, Gelsemium sempervirens,  Lachesis muta, Lycopodium clavatum, Natrium muriaticum, Nitricum acidum, Phosphoricum acidum, Silicea terra, Staphisagria
  • Schwäche nach Säfteverlust, schwächenden Krankheiten: China officinalis
  • Schulkopfschmerz: Calcium phosphoricum, Natrium muriaticum
  • Blutungsneigung: Arnica montana, Belladonna, Calcium carbonicum, Cantharis, China officinalis, Ferrum metallicum, Ipecacuanha, Lachesis muta, Natrium muriaticum, Nitricum acidum, Nux vomica, Pulsatilla pratensis, Sabina officinalis, Secale cornutum
  • Durst auf kaltes Wasser, was nicht vertragen wird: Podophyllum peltatum, Veratrum album
  • Angst, Bangigkeit, Gefühle werden im Magen gespürt: Argentum nitricum, Arsenicum album, Calcium carbonicum, Causticum Hahnemanni, Chamomilla, Colocynthis, Kalium carbonicum, Lycopodium, Mezerum, Nux vomica, Phosphorus, Pulsatilla pratensis, Silicea terra,Stramonium, Veratrum album
  • Schwangerschaftserbrechen: Arsenicum album, Cocculus indicus, Ipecacuanha, Nux vomica, Pulsatilla pratensis, Sepia officinalis, Tabacum, Veratrum album

Fallbeispiel

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Eine Mutter stellt ihre kleine Tochter in der Sprechstunde vor und berichtet, dass die Kleine starken Husten habe. Dabei trete Nasenbluten auf. Auffallend ist, dass sie immer dann besonders husten müsse, wenn sie nach draußen gehe und wenn sie wieder ins Haus komme. Manchmal bekäme sie sogar einen Hustenanfall, sobald sie von einem Zimmer ins andere gehe, z.B. von der Küche ins Schlafzimmer.

Die Kleine hat immer schon Angst, allein zu sein oder Angst im Dunkeln, aber im Moment sei das sehr extrem. Sie müsse immer die Hand der Mutter halten. Sonst sei sie der Sonnenschein der Familie, fröhlich offen, herzlich zu allen, auch zu Fremden.

Arzneimittelwahl: Die Modalitäten des Hustens (Verschlimmerung durch Temperaturwechsel, von kalt nach warm oder umgekehrt) sowie die Ängstlichkeit deuten auf Phosphorus hin. Auch die Charakterzüge des Mädchens verweisen auf das Arzneimittel Phosphorus.

Verordnung: Phosphorus D12, stündlich 3 Globuli im Mund zergehen lassen. Wenn der Husten besser wird, nur noch 3-mal täglich 3 Globuli einnehmen, bis Beschwerdefreiheit besteht.

Verlauf: Nach drei Tagen war der Husten deutlich besser. Und die Kleine schlief wieder ein, ohne dass die Mutter die Hand halten musste.