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Taping für Heilpraktiker - Korrekturtechnik

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Taping für Heilpraktiker

Korrekturtechnik

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Inhaltsverzeichnis

Die Korrekturtechnik wird genutzt, um Korrekturen an Gelenken und Geweben, z. B. Faszien- und Narbengewebe, vorzunehmen. Diese Technik wird mithilfe der Ligamenttechnik durchgeführt. Das bedeutet, dass das Tape bei gleichzeitiger Korrektur der Struktur mit halbem (50%) bis hin zum maximalen (130%) Zug appliziert wird. Der Zug ist von der gewünschten Wirkungsweise abhängig und individuell zu dosieren.

Beispiele für den Einsatz der Technik sind die Korrektur der Haltung (Haltungstape) oder die Korrektur einer subluxierten Schulter. Die Korrekturtechnik kann über I- und Y-Tapes erfolgen und mit anderen Anlagetechniken kombiniert werden.

Behandlungsempfehlung

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Die Enden des Tapes werden immer ohne Zug appliziert, um ein vorzeitiges Ablösen des Tapes zu vermeiden.

Ziele und Wirkungsweise:

  • Schmerzlinderung
  • Korrektur von Fehlstellungen, z. B. von Gelenken
  • „Korrektur“ und damit Erhöhung von Scherkräften auf Faszien- (Faszientape) und Narbengewebe (Narbentape)

 

Anwendungsbeispiele:

  • Subluxation der Schulter
  • Haltungsschwäche
  • Skoliose
  • Hallux valgus

 

Behandlungsempfehlung

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Die Korrektur kann durch den Patienten selbst oder vom Therapeuten durchgeführt werden.

Im Folgenden wird die Korrekturtechnik anhand der Anlage eines I- und eines Y-Tapes veranschaulicht.

Anlage eines I-Tapes mithilfe der Korrekturtechnik

I-Tape zur Behandlung einer Haltungsschwäche

Abb. 5.8 Applikation des 2. I-Tapes diagonal entlang des Rückens.
Abb. 5.8 Applikation des 2. I-Tapes diagonal entlang des Rückens.

 

 

Abb. 5.9 Endanlage.
Abb. 5.9 Endanlage.

 

 

Video 5.5 zeigt die Anlage eines I-Tapes zur Behandlung einer Haltungsschwäche.>>

 

Video: Korrekturtechnik

 

Definition. Bei einer Haltungsschwäche liegen oft eine schwache Rücken- und Bauchmuskulatur sowie eine verkürzte Brustmuskulatur vor. Agonisten und Antagonisten befinden sich in einer Dysbalance.

Hinweis

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Aus Sicht der TCM kommen als Ursache ein Leber-Blut-Mangel, ein Milz-Qi-Mangel und auch eine Dysbalance des Konzeptions- und Lenkergefäßes bzw. des Ren Mai und Du Mai infrage.

Ursache. Ursachen sind meist Bewegungsmangel und sitzende Tätigkeiten.

Anlage und Schnitttechnik. Korrekturtechnik, I-Tape

Tapeapplikation:

  • Es werden 2 I-Tapes diagonal entlang des Rückens abgemessen und zugeschnitten (je nach Rücken mit einer Länge von ca. 30–40 cm). Das Tape beginnt an der Brustmuskulatur, verläuft über das Akromion und endet unterhalb des 12. Brustwirbels.
  • Die Ecken werden abgerundet.
  • Die Haut wird dort gereinigt, wo das Tape aufgeklebt werden soll.
  • Die Folie des 1. Tapes wird an der Basis eingerissen und vollständig abgelöst.
  • Die Basis des Tapes wird leicht schräg auf die Haut über dem linken Brustmuskel geklebt.
  • Die Schulter wird in eine Retraktion gebracht.
  • Dann wird das 1. Tape mit einem Zug von etwa 50% in Richtung BWS bis zur Höhe des 12. Brustwirbels auf die Haut geklebt. Das Ende wird ohne Zug appliziert.
  • Es wird einige Male über das Tape gestrichen, um es zu fixieren.
  • Die Basis des 2. Tapes wird auf die Haut über dem rechten Brustmuskel geklebt.
  • Die rechte Schulter wird ebenfalls in Retraktion gebracht.
  • Dann wird das Tape mit einem Zug von ca. 50% in Richtung des 12. Brustwirbels auf die Haut geklebt (Abb. 5.8). Das Ende lässt man ohne Spannung auslaufen.
  • Man streicht wiederum einige Male über das Tape, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig (Abb. 5.9) und kann bei Erwachsenen erfahrungsgemäß etwa 7 Tage, bei Kindern etwa 3–4 Tage auf der Haut verbleiben.

Anlage eines Y-Tapes mithilfe der Korrekturtechnik

Y-Tape zur Behandlung des Hallux valgus

 

Abb. 5.10 Applikation des 2. Zügels entlang des Fußes.
Abb. 5.10 Applikation des 2. Zügels entlang des Fußes.

 

Abb. 5.11 Endanlage.
Abb. 5.11 Endanlage.

 

Video 5.6 zeigt die Anlage eines Y-Tapes zur Behandlung des Hallux valgus.

 

Video: Korrekturtechnik

 

Definition. Der Hallux valgus beschreibt eine deformierte Großzehe. Diese äußert sich durch eine abgewinkelte Position in Richtung kleiner Zehe.

Ursache. Der Hallux valgus entsteht aus schulmedizinischer Sicht durch Überlastung des Vorderfußes aufgrund des Tragens von zu engen oder zu hohen Schuhen. Dabei knickt der große Zeh nach medial ab, was beim Laufen Schmerzen verursachen kann.

Hinweis

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Aus Sicht der TCM ist bei einem Hallux valgus die Milzleitbahn betroffen. Das bedeutet, dass die Milz bzw. die Mitte zu schwach ist und ein Milz-Qi-Mangel vorliegen kann. Es können v. a. Störungen im Bereich des Darms (z. B. eine Nahrungsmittelunverträglichkeit), der Leber (z. B. eine Hepatitis oder eine Leberbelastung durch Medikamente) und der Bauchspeicheldrüse (z. B. eine Pankreasinsuffizienz oder ein Diabetes mellitus) vorliegen.

Anlage und Schnitttechnik. Korrekturtechnik, Y-Tape

Behandlungsempfehlung

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Dieses Tape kann sehr gut mit einem Meridian-Tape für die Milzleitbahn kombiniert werden. In diesem Fall erfolgt die Anlage in Richtung der Leitbahn mithilfe der Muskeltechnik. Hierfür kann das Tape mittig geteilt werden, um auf eine Breite von 2,5 cm zu gelangen. Dies erleichtert das Kleben im Leitbahnverlauf.

Tapeapplikation:

  • Das Tape wird entlang des Fußes abgemessen (ca. 15 cm lang) und als Y-Tape zugeschnitten. Es ist darauf zu achten, das Tape schmaler zuzuschneiden, da es sich ansonsten nur schwer auf das Grundgelenk der Großzehe aufkleben lässt. Die Ecken werden abgerundet.
  • Die Haut wird dort gereinigt, wo das Tape aufgebracht werden soll.
  • Zunächst wird ein Gittertape medial auf die Haut über dem Grundgelenk der Großzehe geklebt, um die Wirkung des Tapes zu verstärken.
  • Die Folie des Y-Tapes wird an der Basis eingerissen und vollständig abgelöst.
  • Die Basis des Tapes wird distal des Grundgelenks der Großzehe auf die Haut geklebt.
  • Dann wird die Großzehe in Abduktion gebracht.
  • Der untere Zügel wird mit maximalem Zug in Richtung Kalkaneus auf die Haut geklebt. Man lässt das Ende ohne Zug auslaufen und streicht einige Male über den Zügel, um ihn zu fixieren.
  • Anschließend wird der obere Zügel parallel zum 1. Zügel und mit maximalem Zug auf die Haut geklebt (Abb. 5.10). Das Ende lässt man ebenfalls auslaufen.
  • Es wird erneut einige Male über das Tape gestrichen, um es zu fixieren.
  • Das Tape ist nun fertig (Abb. 5.11) und kann erfahrungsgemäß etwa 7 Tage auf der Haut verbleiben.