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Taping für Heilpraktiker - Spannungskopfschmerz

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Taping für Heilpraktiker

Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerzen aufgrund von muskulären Verspannungen und Stress können mit einer Tapeanlage gut behandelt werden.

Definition. Der Spannungskopfschmerz äußert sich als drückend dumpfer Schmerz, der zumeist im hinteren oder vorderen Bereich des Kopfes lokalisiert ist. Anders als bei der Migräne verschlimmert sich der Schmerz bei körperlicher Anstrengung nicht.

Vorsicht

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Die Ursachen von chronischen und unklaren Spannungskopfschmerzen sollten durch einen Arzt mithilfe von bildgebenden Verfahren u. a. untersucht werden, um andere Erkrankungen sicher auszuschließen.

Ursachen aus Sicht der Schulmedizin:

  • Verspannungen der Schulter-Nacken-Region
  • Triggerpunkte im Schulter-Nacken-Bereich
  • muskuläre Dysbalancen
  • Abflussstörungen der Venen
  • psychische Erkrankungen
  • Stress
  • betroffene Muskeln:
  • autochthone Rückenmuskulatur (M. erector spinae und kurze Nackenmuskeln) (Extension, Lateralflexion, Rotation, Stabilisierung der HWS)
  • M. trapezius, Pars descendens (Lateralflexion, Rotation)
  • M. levator scapulae (Lateralflexion)

Ursachen aus Sicht der TCM:

  • Leber-Qi-Stagnation
  • aufsteigendes Leber-Yang
  • Leber-Feuer
  • Leber-Wind
  • Leber-Blut-Mangel
  • Nieren-Yang-Mangel
  • Nieren-Yin-Mangel
  • Blockade in der Blasenleitbahn
  • Nässe-Hitze in der Blase
  • Wind-Kälte/Wind-Hitze in der Blase
  • Milz-Qi-Mangel
  • Nässe und Schleim
  • Blut-Stase
  • äußere pathogene Faktoren
  • Leere-Kopfschmerz (dumpf, langsamer Verlauf, Leeregefühl)
  • Fülle-Kopfschmerz (stechend, fixiert, wandernd, plötzlicher Verlauf)

Korrespondierende Akupunkturpunkte:

  • autochthone Rückenmuskulatur: Bl10–Bl13, Gb20, Dü15, Du14, Du15, Du16
  • M. trapezius, Pars descendens: Gb20, Gb21, Dü15, Bl10
  • M. levator scapulae: Dü14, Dü15

Segment-, Dermatom- und Leitbahnzuordnung:

  • Segmentzuordnung:
  • Rr. dorsales der Spinalnerven (autochthone Rückenmuskulatur)
  • C2, C3, C4 (M. trapezius, Pars descendens)
  • C4, C5 (M. levator scapulae)

Zonen und Segmente: Lunge, Herz, Magen, Bauchspeicheldrüse, Duodenum, Jejunum, Ileum, Leber, Gallenblase, Dickdarm (aufsteigender und querverlaufender Teil), Rektum, (Niere, Harnleiter)Head-Zone (Dermatom): ZwerchfellLeitbahnen:

  • frontal: Magen, Blase, Dickdarm
  • dorsal: Dünndarm, Blase
  • lateral: 3-Erwärmer, Gallenblase
  • Scheitel: Leber

Rücken-Shu-Punkte:

  • frontal: Bl21 (Magen), Bl28 (Blase), Bl25 (Dickdarm)
  • dorsal: Bl27 (Dünndarm), Bl28 (Blase)
  • lateral: Bl22 (3-Erwärmer), Bl19 (Gallenblase)
  • Scheitel: Bl18 (Leber)

Behandlungsziele:

  • Entspannung der Hals-Nacken-Region
  • Förderung der Blutzirkulation

 

Tabelle 10.5  Steckbrief Spannungskopfschmerz

 

Weitere unterstützende naturheilkundliche Verfahren:

  • Schüßler-Salze:
  • halbseitige Kopfschmerzen (Nr. 2)
  • starke Kopfschmerzen mit Gefühl der Hitze bzw. einem heißen Kopf (Nr. 3)
  • krampfartige und pochende Kopfschmerzen (Nr. 7)
  • halbseitige starke Kopfschmerzen (Nr. 8)

westliche Kräuter/Phytotherapie: Gänsefingerkraut, Kamille, Lavendel, Steinklee, Ziest/Betonie, Mutterkraut, Weidenrinde, Mädesüß

Schröpfen (v. a. im Bereich von C2 bis C5) blutiges Schröpfen bei Fülle-Zuständen (v. a. im Bereich von C2 bis C5); Pflaumenblütenhämmerchen, Baunscheidtieren bzw. Gua Sha bei Fülle-Zuständen (v. a. im Bereich von C2 bis C5); kraniosakrale Therapie

Taping

Muskeltechnik (detonisierend)

Beschrieben werden die Anlagen von Tapes im Bereich der betroffenen Muskeln zur Behandlung von Spannungskopfschmerz.

Tapeapplikation:

Autochthone Rückenmuskulatur:

  • Es wird ein blaues Y-Tape (gemessen von Th3 bis zum Haaransatz) zugeschnitten.
  • Die Basis des Tapes wird auf Th3 appliziert.
  • Der Kopf des Patienten wird in eine schmerzfreie Flexion gebracht.
  • Dann wird das Tape ohne Zug über dem M. erector spinae und den kurzen Nackenmuskeln appliziert: Zunächst wird der 1. Zügel des Tapes ohne Zug paravertebral in Richtung des Os occipitale auf die Haut geklebt, danach wird der 2. Zügel des Tapes in derselben Weise über die Haut geführt.

M. trapezius, Pars descendens:

  • Es werden 2 gleich lange, blaue I-Tapes (jeweils gemessen vom lateralen Drittel der Klavikula bis zum Haaransatz unterhalb des Os occipitale) zugeschnitten.
  • Die Basis des 1. Tapes wird auf das laterale Drittel der rechten Klavikula appliziert.
  • Der Kopf des Patienten wird in Flexion, Lateralflexion und Rotation gebracht.
  • Dann wird das 1. Tape ohne Zug über dem M. trapezius, Pars descendens, appliziert.
  • Das Tape lässt man weiter ohne Zug in Richtung des Os occipitale auslaufen.
  • Das 2. Tape wird in derselben Weise auf der gegenüberliegenden Körperseite appliziert.

M. levator scapulae:

  • Es werden 2 gleich lange, blaue I-Tapes zugeschnitten.
  • Die Basis wird ohne Zug auf dem Angulus superior scapulae appliziert.
  • Der Kopf des Patienten wird in die Seitneigung gebracht.
  • Dann wird das Tape ohne Zug über dem M. levator scapulae appliziert.
  • Das Tape lässt man weiter ohne Zug in Richtung der Processus transversi des 3. und 4. Halswirbelkörpers (HWK) auslaufen.
  • Das 2. Tape wird in derselben Weise auf der gegenüberliegenden Körperseite appliziert.
Ligamenttechnik

Beschrieben wird die Anlage eines Segment-Tapes über C2 bis C5 zur Behandlung von Spannungskopfschmerz.

Das Tape hat einen direkten Bezug zu den Zonen und Segmenten nach Hansen und Schliack. Durch die Applikation im Verlauf des M. trapezius, Pars descendens, wird gleichzeitig die Head-Zone des Zwerchfells angesprochen.

Tapeapplikation:

  • Es werden 2 rote, etwa 5 cm lange I-Tapes zugeschnitten.
  • Die Folie des 1. Tapes wird in der Mitte aufgerissen.
  • Der Kopf des Patienten befindet sich hierbei in einer leichten Flexion.
  • Das Tape wird mit maximalem Zug über die Segmente C2–C5 appliziert.
  • Mit dem 2. Tape wird in derselben Weise verfahren.

Meridian-Taping

Muskeltechnik (detonisierend) mit Druckapplikation

Beschrieben wird die Anlage eines Tapes der Blasen- (Bl13–Bl10) und Gallenblasenleitbahn (Gb21–Gb20) zur Behandlung von Spannungskopfschmerz. Die ausgewählten Abschnitte der Leitbahnen entsprechen zugleich den korrespondierenden Akupunkturpunkten.

Die Blasenleitbahn ist über die Oben-Unten-Kopplung mit der Dünndarmleitbahn, die Gallenblasenleitbahn mit der 3-Erwärmerleitbahn verbunden. Zudem besteht mit der Gallenblasenleitbahn über die Yin-Yang-Kopplung eine Verbindung zur Leber. Durch die Applikation des Blasen- und Gallenblasen-Tapes wird somit gleichzeitig eine Wirkung auf den 3-Erwärmer und die Leber erzielt.

Bei diesem Beispiel handelt es sich um einen Fülle-Spannungskopfschmerz. Deshalb werden Silberkügelchen zur Sedierung genutzt.

Druck- und Tapeapplikation:

Blasenleitbahn:

  • Die Silberkügelchen werden beidseitig auf Bl13 appliziert. Bl13 befindet sich 1,5 cun neben der Untergrenze des Processus spinosus von Th3.
  • Es werden 2 gleich lange, blaue I-Tapes (gemessen unterhalb von Bl13 bis zum Haaransatz) zugeschnitten. Die Farbe Blau ist dem Element Wasser zugeordnet.
  • Die Basis des 1. Tapes wird ohne Zug unterhalb von Bl13 auf der rechten Körperseite appliziert.
  • Der Kopf des Patienten wird in eine schmerzfreie Flexion gebracht.
  • Das Tape wird ohne Zug in Richtung Bl10 appliziert. Bl10 befindet sich zwischen C1 und C2 (1,5 cun daneben). Das Ende lässt man ohne Spannung auslaufen.
  • Das Silberkügelchen sowie das 2. Tape werden in derselben Weise auf der linken Körperseite angelegt.

Gallenblasenleitbahn:

  • Die Silberkügelchen werden beidseitig auf Gb21 appliziert. Gb21 befindet sich in der Mitte der Verbindungslinie zwischen dem Dornfortsatz des 7. HWK und dem Akromion.
  • Es werden 2 gleich lange, grüne I-Tapes zugeschnitten. Die Farbe Grün ist dem Element Holz zugeordnet.
  • Die Basis des 1. Tapes wird ohne Zug unterhalb von Gb21 auf der rechten Körperseite appliziert.
  • Der Kopf des Patienten wird in eine schmerzfreie Flexion, Lateralflexion und Rotation gebracht.
  • Das Tape wird ohne Zug in Richtung Gb20 appliziert. Gb20 befindet sich zwischen dem Os occipitale und C1 in einer Vertiefung zwischen dem M. trapezius und M. sternocleidomastoideus. Das Ende des Tapes lässt man ohne Zug auslaufen.
  • Das Silberkügelchen sowie das 2. Tape werden in derselben Weise auf der linken Körperseite angelegt.

 

Zusätzlich zum Meridian-Tape kann die Blasenleitbahn im Verlauf von Bl28 bis Bl19 sedierend getapt werden. Diese Rücken-Shu-Punkte spiegeln die Punkte der betroffenen Leitbahnen wider.

Hinweis

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Zusammenfassung aus ganzheitlicher Sicht

Dem Spannungskopfschmerz können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Hierbei hat sich in der Praxis gezeigt, dass häufig die Blasen- und Gallenblasenleitbahn betroffen sind. Somit können Erkrankungen im Verlauf der Blasenleitbahn, z. B. Bandscheibenvorfälle im LWS-Bereich, Steißbeinprellungen oder Gleitwirbel im Bereich der BWS, zu Spannungskopfschmerz führen. Daneben können sich Erkrankungen im Funktionskreis Blase und Niere, z. B. eine Nierenschwäche oder Blasenentzündung, ebenfalls durch Spannungskopfschmerzen äußern.