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Homöopathie bei akuten Erkrankungen

Silicea terra (Sil.)

Silicea terra (Sil.)
Silicea terra (Sil.)/mikroskopische Aufnahme

 

Synonyma: Acidum silicicum, Kieselerde

Kieselerde wird durch ein kompliziertes Verfahren zu Kieselsäureanhydrid gereinigt mit einem Gehalt von 75–90% Siliciumdioxid.

Das Arzneimittel wird aus Kieselerde hergestellt.

Silicea terra ist die Kieselerde, die in Gesteinen von Quarz, Feldspat und Glimmer vorkommt. Die Kieselsäure ist ein notwendiger Bestandteil des menschlichen und tierischen Körpers. In Pflanzen ist sie am reichlichsten vertreten in Kielselalgen, Gräsern, Knöterichgewächsen und Schachtelhalmen.

Bei welchen Indikationen hat sich Silicea terra bewährt?

  • Menschen mit schlechtem Allgemeinzustand, die sich schnell erkälten und immerzu frieren
  • Eiterungen, Fistelbildung, Haut- und Knochenbeschwerden
  • Erkrankungen der Knochen, der Wirbelsäule mit Verkrümmungen und Karies (z.B. Rachitis, Skoliose)
  • Menschen mit großem Mangel an Selbstvertrauen und Schüchternheit

Welches sind die Leitsymptome von Silicea terra?

Die wesentlichen Merkmale von Silicea sind Vitalitätsmangel, Abmagerung, Frostigkeit und Empfindlichkeit auf alle äußeren Eindrücke. Der Mangel an Lebenswärme bzw. die Frostigkeit bringt es mit sich, dass die Patienten an rezidivierenden Infektionen der oberen Atemwege, der Nasennebenhöhlen und der Ohren leiden. Alle Prozesse vollziehen sich langsam (Entwicklung, Genesung, Wachstum). Es besteht eine allgemeine Schwäche und Müdigkeit und schnelle Erschöpfung durch geistige oder körperliche Anstrengung. Bei Kindern können Entwicklungsstörungen auftreten (spätes Laufen, spätes Sprechen, späte Zahnung). Es besteht eine Neigung der Gewebe zur Verhärtung und zu Entzündungen mit Eiterung. Ausscheidungen (v.a. Schweiße) sind reichlich, aggressiv, sauer und übel riechend. Stinkender, wund machender Fußschweiß.

Folgen von

  • Kälte, Zugluft, Feuchtigkeit, Entblößen des Kopfes
  • Zorn
  • Widerspruch
  • unterdrückte Schweiße

Welche körperlichen Symptome weisen auf das Mittel hin?

  • großer Mangel an Lebenswärme
  • Schwäche und Erschöpfung
  • häufige Erkältungen, mangelnde Knochenbildung, mangelnder Haarwuchs, mangelnder Wuchs der Nägel und der Zähne
  • Beschwerden der Gelenke oder Knochen wie zerschlagen, alle Unterlagen fühlen sich zu hart an
  • saurer, ätzender Fußschweiß
  • Kopfschweiß
  • Eiterungen und Fisteln
  • Verstopfung, der Stuhl schlüpft immer wieder zurück
  • Kopfschmerzen, die am Hinterkopf beginnen, zur Stirn und über ein Auge ziehen
  • mag keine gekochten warmen Speisen

Besserung/Verschlechterung

  • Die Symptome bessern sich durch warmes Einhüllen, reichliches Wasserlassen z.B. der Kopfschmerz; warmes Bett, warmes Zimmer, Streicheln.
  • Die Symptome verschlechtern sich durch Kälte, Zugluft, Feuchtigkeit, unterdrückten Schweiß, nachts, Milch, nach Impfungen, während den Menses, Alkohol, geistige Anstrengung.

Welches sind die Geist- und Gemütssymptome?

Silicea terra-Patienten sind nachgiebig, scheu, schüchtern, reserviert, stur, eigensinnig: Sie wollen sich nicht mit ihrer Meinung durchsetzen, diese aber auch nicht aufgeben. Sie halten an der eigenen Meinung oder an fixen Ideen fest. Sie sind pedantisch und müssen alles zu 150% erledigen. Verlieren sich in Einzelheiten. Sie sind schüchtern und gehemmt in der Öffentlichkeit. Vertragen aufgrund ihres ausgeprägten Mangels an Selbstvertrauen weder Zurechtweisung noch Widerspruch, sie werden dann leicht zornig, ärgerlich und störrisch.

Welche Mittel sind zu differenzieren?

  • Milch <: Aethusa cynapium, Antimonium tartaricum, Calcium carbonicum, China officinalis, Conium maculatum, Kalium carbonicum, Magnesium cabonicum, Natrium carbonicum, Nitricum acidum, Nux vomica, Sepia officinalis,Thuja occidentalis
  • Kopfschmerzen > durch Wasserlassen: Aconitum napellus, Gelsemium sempervirens, Ignatia amara, Veratrum album
  • Kopfschmerzen: Arsenicum albumBelladonnaBryonia alba, Gelsemium sempervirens, Hepar sulfuris, Magnesium carbonicum, Magnesium phosphoricum, Nitricium acidum, Nux vomica, Phosphorus, Rus toxicodendron, Sepia officinalis, Thuja occidentalis 
  • stinkende Schweiße: Hepar sulfuris
  • Abszessbildung: Hepar sulfuris, Mercurius solubilis
  • Rachitis: Calcium carbonicum, Lycopodium clavatum
  • Unterlage fühlt sich zu hart an: Arnica montana
  • Gefühl wie zerschlagen: Eupatorium perfoliatum, Ruta graveolens

Fallbeispiel

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Ein 55-jähriger Mann berichtet: Seit dem Unfall vor 5 Wochen habe er heftige Schmerzen im linken Knie. Das Knie fühle sich an wie verrenkt oder zerschlagen. Jede Unterlage, auf der er liege, sei zu hart. Er kann auf der linken Seite nicht liegen. Kälte kann er gar nicht haben, das macht alles noch schlimmer. Wärme, warmes Einhüllen ist sehr gut. Bei der Untersuchung war das Knie berührungsempfindlich, leicht geschwollen aber nicht rot.

Arzneimittelwahl: Hier muss neben  Silicea terra (kälteempfindlich, kann Berührung haben) auch an Arnica montana gedacht werden (Unterlage ist zu hart). Ein Arnica-montana-Patient würde allerdings nicht ohne weiteres sein Knie untersuchen lassen. Außerdem mag Arnica montana keine Wärme und ist nicht so kälteempfindlich. Deshalb wird Silicea terra verordnet.

Verordnung: Silicea terra C30 aus zubereiteter Lösung (verdünnte Einnahme) schluckweise, zunächst 2-mal täglich, in den folgenden Tagen abends 1 Schluck.

Verlauf: Nach ca. 1 Woche waren die Schmerzen deutlich besser, das Knie war nicht mehr geschwollen. Nach 10 Tagen waren der Patient beschwerdefrei.