Kursangebot | Homöopathie bei akuten Erkrankungen | Hypericum perforatum (Hyper.)

Homöopathie bei akuten Erkrankungen

Hypericum perforatum (Hyper.)

Hypericum perforatum (Hyper.)
Hypericum perforatum (Hyper.)

 

Synonyma:Hypericum officinarium, echtes Johanniskraut

Das Arzneimittel wird hergestellt aus der ganzen frischen blühenden Pflanze.

Hypericum perforatum gehört zu der Gattung der Johanniskrautgewächse. Das enthaltene Hypericin führt auf der Haut zu Entzündungen und macht die Haut gegen UV-Strahlen empfindlich. Es färbt die Haut dunkelrot. Der Inhaltsstoff Hyperforin zeigt antidepressive Wirkung.

Bei welchen Indikationen hat sich Hypericum perforatum bewährt?

  • Verletzungen der Nerven z.B. Gehirnerschütterung, Nervenquetschungen z.B. Schlag auf den Finger, nach Operationen und deren Folgen wie z.B. Konvulsionen
  • Asthma bronchiale

Welches sind die Leitsymptome von Hypericum perforatum?

Hypericum perforatum hat einen starken Bezug zum Nervengewebe und ist das Mittel der Wahl bei Nervenschmerzen und Verletzungen von nervenreichen Körperpartien, die entlang der Nervenbahnen ziehen: Sie sind reißend und stechend bei Erschütterung der Wirbelsäule oder nach Schädel-Hirn-Traumata. Erschütterungen und Berührungen werden nicht vertragen. Hypericum perforatum ist ebenfalls angezeigt bei Kopfschmerzen, die sich infolge eines Sturzes entwickeln sowie bei Asthma nach Verletzung der Wirbelsäule und Asthma, das durch Nebel hervorgerufen wird.

Folgen von

  • kalter Luft, Nebel
  • Wirbelsäulenverletzungen
  • Gehirnerschütterung und andere traumatische Hirnverletzungen
  • Schreck oder Schock

Welche körperlichen Symptome weisen auf das Mittel hin?

  • reißende und stechende Nervenschmerzen
  • Nervenschmerzen in Schultern oder Armen nach Zahnextraktionen
  • Phantomschmerzen nach Amputation oder Zahnextraktion
  • Nervenschmerzen, wenn der Schmerz durch tiefe Wunden an Hand oder Fuß nach oben schießt
  • Konvulsionen nach Kopfverletzungen
  • Kopfschmerzen nach Trauma, mit dem Gefühl, hoch in die Luft gehoben zu werden
  • Asthma bei Nebel oder durch Verletzungen der Wirbelsäule nach einem Sturz

Besserung/Verschlechterung

  • Die Symptome bessern sich durch Rückwärtsbiegen, ruhiges Liegen auf dem Bauch.
  • Die Symptome verschlechtern sich durch kalte Luft, Nebel, feuchtkaltes Wetter, Bewegung, Anstrengung.

Welches sind die Geist- und Gemütssymptome?

Beschwerden entwickeln sich infolge von Schreck und Schock. Hypericum-Patienten leiden unter einer nervösen Verstimmung nach Verletzungen und unter Schwermut. Sie sind weinerlich und hypochondrisch, alles deutet auf eine depressive Stimmungslage hin. Sie sind müde, erschöpft oder schläfrig. Sie vergessen, was sie sagen wollten, wirken verwirrt und erregt.

Welche Mittel sind zu differenzieren?

  • Kopfschmerzen durch Verletzung des Gehirns: Arnica montana ist das Mittel der Wahl, dann  Hypericum perforatum, wenn sich depressive oder aggressive Symptome zeigen; Natrium sulfuricum, wenn die Patienten depressiv reagieren; Opium, wenn die Patienten wie betäubt, benommen, fast nicht erweckbar sind
  • Bauchverletzungen: erst Bellis perennis, dann Hypericum perforatum
  • Verletzungen allgemein: Calendula officinalis
  • Depressionen: Cimicifuga racemosa, Conium maculatum, Natrium muriaticum, Natrium sulfuricum, Pulsatilla pratensis, Sepia officinalis

Fallbeispiel

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Ein 35-jähriger Mann kam wegen anhaltender Kopfschmerzen, die seit einem Unfall, der sich vor ½ Jahr ereignet hat, aufgetreten waren. Damals hatte er eine Gehirnerschütterung. Seit ungefähr 4 Wochen zieht sich der Patient zurück, er mag nichts unternehmen, er fühlt sich leer und schlapp. Die Kopfschmerzen sind eigentlich immer da, mal stärker, mal weniger stark.

Arzneimittelwahl: Bei Kopfschmerzen, die sich nach einer Kopfverletzung entwickeln, auch wenn diese schon länger zurück liegt, ist Arnica montana das erste Mittel. Depressive Zeichen – mag nichts unternehmen, fühlt sich leer und schlapp – deuten auf Hypericum perforatum hin.

Verordnung: Arnica montana C200 3 Globuli als Einmalgabe. Nach 3 Tagen Hypericum perforatum Q6 einnehmen, weil sich leichte depressive Veränderungen zeigen (verdünnte Einnahme). Die Q6-Potenz wird gerne eingesetzt, wenn das Arzneimittel über einen längeren Zeitraum eingenommen werden muss.

Verlauf: Nach 14 Tagen hatte der Patient keine Kopfschmerzen mehr. Langsam besserte sich seine Stimmung, bis er nach 4 Wochen sagte, dass er wieder der Alte sei.